Danke, für diesen Thread, Sheena :)

Also, ich möchte gleich mal anfangen zu erzählen, wie ich mit meiner Freundin zusammengekommen bin. Zu Beginn sei gesagt, dass wir jetzt genau 2 Jahre und 7 Monate (und ca. 320 Minuten *g*) zusammen sind.
Stand [22:50 Uhr]

Alles fing eigentlich im August 2001 an.
Ich stand mit einem Freund (Jörg) am Busbahnhof Hanau, wie jeden Tag nach der Schule, um auf den Bus zu warten. Im Gedränge bei Ankunft unseres Busses (Linie 5904) wurden wir beide von 2 Mädels (Jessi und Eva) angerempelt
An Ort und Stelle habe ich mich heftigst in Jessi verguckt. (Hach, diese Augen xD)
Zufälligerweise (WIRKLICH ZUFALL!) saßen Jörg und ich kurze Zeit später genau hinter den beiden. Wir begannen zu reden, wobei sich während des Gesprächs herausstellen sollte, dass Jessis Freundin Eva die Schwester von derjenigen ist, in die sich Jörg verguckt hat. Anna heißt sie und die beiden versuchte ich schon seit längerem zu verkuppeln (nur indirekt, da ich Anna gar nicht wirkl. kannte). [Ich hab immer dafür gesorgt gehabt, dass Jörg neben Anna sitzen muss xD].
Zurück zum Text: Jessi, Eva und ich waren noch lange im Kontakt; wir hatten auch Handynummern getauscht. (diese Tatsache ist wichtig xD)
Nach und nach sollte sich jedoch herausstellen, dass aus Jessi und mir nichts wird. Jörg versuchte ich immernoch mit Anna zu verkuppeln und hatte im November dann eine andere Freundin (die auch Jessica heißt *räusper*). Wir waren aber nicht lange zusammen (Grund: nebensächl.)
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Im Weihnachtsurlaub 2001/2002 bekam ich dann eine SMS von Anna. Sie hatte meine Nummer von Eva (Jessis Freundin), ihrer Schwester also.
"Hör bitte auf damit, zu versuchen, mich mit Jörg zu verkuppeln!" musste ich an diesem 28. Dezember lesen. Ich antwortete ehrlich und unbedacht (wohl deswegen so ehrlich): "Ja, ist ok. Aber dass er "dich" so gern hätte kann ich gut nachvollziehen... -.-"
Wir schrieben noch ein wenig hin und her. Total belanglos war unsere SMS-Konversation, aber dennoch mit Folgen. Meinen "Ruf" als arroganter Goth war ich danach jedenfalls (in Annas Augen) los.
Auch nach dem Urlaub und nach den Ferien schrieben wir weiter SMS. Danach folgten einige Briefe (seitenweise Briefe). Zunehmends fanden wir zusammen. Wir freundeten uns richtiggehend an. Anfang Februar verabredeten wir uns das erste mal zum Spaziergang mit meiner Huskyhündin Kaya. Da ich viel Ärger zu Hause hatte, waren diese Spaziergänge (stundenlang waren sie) die einzige Möglichkeit für mich, von daheim raus zu kommen. Wir nutzten die Zeit für intensive Gespräche. Obwohl wir uns bis dato nicht ganz 2 Monate kannten hatten wir beide schon da das Gefühl, jemanden gefunden zu haben, mit dem wir über absolut alles reden können. Fast unsere kompletten Lebensgeschichten haben wir uns gegenseitig erzählt, haben uns Trost und Mut gespendet, oft aber auch einfach nur gelacht.
Unsere Freundschaft schweiste sich somit immer enger zusammen. Wir waren viel mehr als nur "Best Friends". Obwohl ich den Begriff hasse komme ich nicht drum herum. Es war wie eine "Seelenverwandschaft".
Bis dahin war alles einfach. Einfach schön, doch mit der Zeit kamen Gefühle auf. Sowohl bei mir, als auch bei Anna, doch unsere enge Freundschaft wollten wir nicht auf's Spiel setzen und so schwiegen wir uns beide aus, was diese Gefühle anging. Das Thema wurde stets umgangen.
Doch irgendwann kam ich nicht (mehr) drum herum ihr zumindest zu "gestehen", dass ich sie "mehr als nur lieb" habe. Natürlich war das maßlos übertrieben, aber... was soll man sonst sagen? ("Entschuldigung, ich habe mich in dich verliebt"?!?!?!?! - Nein, sicher nicht!).
Nach und nach öffneten wir uns den Gefühlen füreinander, hielten aber (nun auch in gemeinsamen Gesprächen) eine Beziehung für ausgeschlossen, aufgrund der Freundschaft, die wir auf keinen Fall gefährden wollten.
Nun war es schon April (2002) geworden. Die zusätzlich freiwerdenden "Es ist später Frühling, ich muss mich verlieben"-Hormone erschwerten eine "einfache" Freundschaft zunehmends, bis...
Bis zum 21. April 2002.
An diesem Tag (wie an allen vorangegangen seit Februar) haben wir uns wieder getroffen und uns wie gewohnt im Treppenhaus verabschiedet.
Wie gewohnt? Nein, sicherlich nicht.
Am 22. April würde Anna eine Woche lang nicht da sein. Ein Wirtschaftsseminar in Deutschlands Osten rief.
Wir beide, hin- und hergerissen zwischen Freundschaft und Liebe, wussten schon da, dass wir uns mehr als nur vermissen würden. Warum auch immmer, trotz jeglichen Prinzips küssten wir uns an diesem sonnigen Sonntag-Spätnachmittag und das nicht zu kurz.
"Anna?" - "Ja?" - "Ich liebe dich." Das höre ich immernoch, wenn ich daran denke. Es ist ein Gefühl, als wäre dieses "Ereignis" und das Aussprechen der 3 Worte es kürzlich geschehen. Ich denke gerne daran zurück.

Nun schreiben wir November 2004 und wir sind immernoch zusammen. Und nein, unsere Freundschaft hat nicht darunter gelitten. Die Gesprächsthemen sind nachwievor ebenso weit gefächert wie unsere ausgiebigen Spaziergänge immernoch lang sind. Eigentlich fühlen wir uns noch wie am ersten Tag. Um genauer zu sein.. wir fühlen uns sowohl wie am ersten der Beziehung, als auch wie am ersten Tag der Freundschaft. [/color]

Dieser letzte Absatz soll aber auch nicht davor hinwegtäuschen, dass wir uns fast täglich zoffen und uns oft gegenseitig einfach nur den Kopf abreißen wollen, aber andererseits... keiner von uns beiden geht nach hause, bevor der "aktuelle" Streit geschlichtet, geklärt und vom Tisch ist.

In den nunmehr 2 Jahren und 7 Monaten haben wir uns exakt: 16 Tage nicht gesehen. Es sind 16 verlorene Tage gewesen, die fast sinnlos an uns vorbei strichen.
"Kein Tag mehr ohne dich!" - "Und keiner mehr ohne dich!" Das sagen wir heute noch genauso gern wie "Ich liebe dich!".

Vielleicht bindet uns auch die Tatsache, dass unsere Beziehung für uns beide die erste ist, bei der mehr als "nur" 'rumknutschen' praktiziert wird. Vielleicht ist es auch die vorangegangen feste Bindung/Freundschaft.
Zweifellos ist es aber unsere Liebe, die uns in erster Linie immer wieder zueinander finden lässt und dafür sorgt, dass wir das sind, was wir sind: Ein Team, ein Paar, eine Liebe.

Vielen Dank, für eure Aufmerksamkeit.

Euer Demogorgon
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Jedes Volk hat ein Recht auf seine Flagge, auch das Deutsche. Emori nolo, sed me esse mortuum nihil aestimo.