Die ganze Diskussion ist zwar einigermaßen off-topic, aber ich habe jetzt doch das Bedürfnis, mich hier auch mal einzumischen..

Wenn von der Pille danach die Rede ist, geht es meistens um das Präparat Levonorgestrel. Das ist KEINE Abtreibungspille!! Es setzt bei der Einnistung der Eizelle ein, die es verhindert. Sofern sich das Ei bereits in der Gebärmutter eingenistet hat, bewirkt die Pille danach gar nichts. Es wird also in keiner Form eine Schwangerschaft abgebrochen.

Dieses Präparat kann bis zu 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass mit jeder vergangenen Stunde die Wahrscheinlichkeit, dass das Präparat wirkt, sinkt. Bei einer Einnahme zwischen 48 und 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr beträgt die Wirksamkeit nur noch 58 %.

Nun zu behaupten, es würde niemandem geschadet, wenn das Medikament nicht ausgegeben wird, weil man ja auch eine "normale Abtreibung" vornehmen könne, finde ich schon fast unverschämt. Abgesehen davon, dass durch die Pille danach, wie bereits gesagt, überhaupt nichts abgetrieben wird, ist eine Abtreibung ein vollkommen anderer Eingriff, den man Frauen nun wahrlich ersparen sollte, wenn das irgendwie möglich ist.

Ich finde es daher extrem schwierig, wenn Krankenhäuser irgendeiner Art die Verschreibung der Pille danach verweigern. Klar, in Berlin gehe ich dann eben einfach nicht in ein christliches Krankenhaus. Aber wenn man nunmal in einer ländlichen, vielleicht auch noch relativ religiösen Gegend lebt, in der es möglicherweise nur das eine, christliche Krankenhaus gibt, kann es mE nicht angehen, dass die Herausgabe verweigert wird. Aber ich bin sowieso absolut für eine rezeptfreie Verfügbarkeit.
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