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Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! - #1577424 - 16.09.2008, 10:12:48
Nussnugat123
Pi-Pi​kachu​!​

Registriert: 24.03.2006
Beiträge: 1.102
Zitat:
In ihrem Buch "Deutschlands sexuelle Tragödie" greifen der Berliner Pastor Bernd Siggelkow und der Journalist und Autor Wolfgang Büscher ein Thema auf, das bewegt. Viele Jungen und Mädchen haben zwar immer früher Sex, ihr Wunsch nach Liebe und Geborgenheit bleibt dabei jedoch oft auf der Strecke. Gefühle spielen nur selten eine Rolle. Die Autoren meinen, Schuld daran sei die sich immer mehr ausweitende Pornografisierung unserer Gesellschaft und die damit einhergehende sexuelle Verwahrlosung der jüngeren Generation.
EXTRA zeigt die erschreckenden Ansichten vieler junger Menschen zum Thema Liebe, Sex und Zärtlichkeit.


» Quelle: Extra - Das RTL-Magazin

Dies war gestern eines der Themen von "Extra - Das RTL-Magazin".
Der Beitrag handelte wie schon aus der obigen Zusammenfassung. Aber diese Zusammenfassung ist harmlos im Gegensatz dazu, was gestern in diesem Beitrag gezeigt wurde.
Ein 10-jähriges (!!!) Mädchen erzählte von ihrem "ersten Mal" vor zwei Jahren - also im Alter von Acht!
Ein anderes Mädchen (14) wiederum erzählte von ihren Erfahrungen die sie schon machte und dass sie eine Art "Beraterin" ist für die Mädchen an ihrer Schule, die das noch vor sich haben. Auf die Frage hin, ob sie das stolz machen würde, antwortete sie mit "Ja, natürlich."

Als ich diesen Beitrag gestern gesehen habe, musste ich erstmal schlucken. Ein 10 Jahre altes Mädchen, was schon mit Acht Jahren Sex hatte - Ein 14-jähriges Mädchen welches in ihrer Schule/Klasse hoch angesehen wird, weil sie schon Sex hatte.
Aber als ich dachte, dass wäre genug - nein, es kam noch dicker.
Eine Mutter die ihren 8-jährigen Kindern Pornos erlaubt ("Wäre doch heute ganz normal, dass jeder 8-jährige Junge, oder Mädchen schon Pornos guckt".), ein Mutter die zusammen mit ihrer Tochter und dessen Freund Sex hat ("Es ist doch auch mal was anderes zu sehen, wie sich die eigene Mutter beim Sex verhält. Also mir macht es Spaß").

[/quote]

Als der Beitrag endete musste ich den Fernseher erstmal ausstellen und das alles sacken lassen.
Leben wir jetzt schon in einer Welt, indem Sex bei kleinen Kindern NORMAL ist?!?

Ich finde das ganz schön heftig. Natürlich kann man nichts dagegen machen, wenn schon die Eltern so etwas als "Normal" anprangern, aber schockierend ist das schon.

Wie seht ihr das? Klingt das für euch auch neu, oder ist das auch schon "Alltag"?
Freue mich auf Antworten.

Lg, ein schockierter Sven.


Topic auf Wunsch des TE geändert. Anschließend nach S&S verschoben. [Wacken Open Air]


Bearbeitet von Wacken Open Air (16.09.2008, 14:21:12)
_________________________
"And so the lion fell in love to the lamb"
"What a stupid lamb.."
"What 'n sick, masochistic lion!"


(S. Meyer - Twilight, Bis(s) zum Morgengrauen)

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: Nussnugat123] - #1577675 - 16.09.2008, 17:35:20
DB Devil

Registriert: 12.10.2004
Beiträge: 8.382
Huhu.

Ich denke es war abzusehen, dass Sexualität immer früher stattfindet. Die Kinder sind früher "erwachsen" (bzw. wollen es sein), rauchen früher, trinken früher und haben auch früher Sex. Es wird wenig beringen den Kindern zu verbieten Sex zu haben, rauchen und trinken dürfen sie schließlich auch nicht.

Ich sehe das auch nicht sonderlich problematisch, dass 14-jährige Kinder schon viel Sex hatten, unsere Gesellschaft hat immer wenige sexuelle Tabus; Analsex und Orlasex sind salonfähig, Sexspielzeug sowieso. Da ist es kein Wunder, wenn Kinder früher mit Sex konfrontiert werden und auch früher Sex haben.

Ich sehe das nicht unbedingt als problematisch an, so lange die Kinder tatsächlich aufgeklärt sind.

So dramatisch, wie Extra sie darstellt ist die Situation jedoch nicht. Hier wurden wieder Einzelmeinungen und Einzelfälle aufgeblasen und einseitig betrachtet. Medienrummel eben. zwinker

Zitat:
Eine Mutter die ihren 8-jährigen Kindern Pornos erlaubt ("Wäre doch heute ganz normal, dass jeder 8-jährige Junge, oder Mädchen schon Pornos guckt".), ein Mutter die zusammen mit ihrer Tochter und dessen Freund Sex hat ("Es ist doch auch mal was anderes zu sehen, wie sich die eigene Mutter beim Sex verhält. Also mir macht es Spaß").


Was jedoch die Pornos betrifft, so gehören diese definitiv nicht in Kinderhand, egal wie viel Sex sie schon hatten. Pornos vermitteln einfach ein vollkommen falsches Bild vom Sex; Kinder/Jugendliche fühlen sich nur ermutigt dies nachzumachen. Was im Porno gezeigt wird ist meilenweit von dem entfernt, was in "normalen" BEtten tatsächlich passiert.
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"Never doubt that a small group of people can change the world. Indeed, it is the only thing that ever has."

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: DB Devil] - #1577726 - 16.09.2008, 18:36:55
Krestan
Nicht registriert


Ich habe den Beitrag auch gesehen und musste schlucken.

Als das kleine 10 Jährige Mädchen geredet hat ist mir fast die Pizza aus der Hand gefallen. Im Hintergrund noch Spielzeug und Kuscheltiere, sie ganz verschüchtert mit piepsiger Stimme wie 10 Jährige eben so sind.

Ich bin 17 und noch Jungfrau, einerseits denke ich: ''Sollte ich nicht auch mal langsam anfangen ? . . . und auf der anderen Seite denke ich: ''Wie zur Hölle kann es passieren dass die Mutter nichts merkt wenn eine 8 Jährige Sex hat ?!''

Dinge gibts eben, die gibts gar nicht.

Mit 8 Jahren ist man definitiv zu jung. Auch wenn sich die Jugend von heute schneller entwickelt. Da habe ich wirklich kein Verständniss dafür.

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1577801 - 16.09.2008, 19:47:05
knuddeli0014
Train​ of T​hough​t​

Registriert: 06.08.2005
Beiträge: 735
Ort: Hamburg
ich habe den beitrag auch gesehen..jedoch war dies ein zusammenschnitt von einem längeren beitrag,der einen abend vorher auf irgendeinem anderen sender lief^^ der war noch etwas ausführlicher...

ich war auch total schockiert..jedoch trifft sowas auf meine umgebung nicht zu,also meine freundinnen hatten mit 12 oder jünger noch keine erfahrung mit sex! und ich habe diese erfahrung auch erst vor ein paar monaten gesammelt..
wie in dem bericht schon erwähnt wurde trifft das auf die sozial schwächeren menschen zu und ich finde,dass da was passieren muss,
denn es kann nicht sein,dass in der heutigen zeit des aids die alle wild rumpoppen und was soll denn aus denen in der zukunft mal werden?
ich habe wenig lust später für die die steuern zu zahlen,weil deren eltern bei der erziehung versagt haben..
es liegt nicht nur bei den eltern,die gesellschaft spielt da auch eine rolle..
zum bei spiel habe ich letztens in nem kiosk gesehen,dass die pornohefte auf kinderaugenhöhe lagen...
_________________________
jup.

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1577819 - 16.09.2008, 19:56:46
Day
Nicht registriert


Ich habe den gestrigen Beitrag auch gesehen & fand es erschreckend. Heute Abend ab 22:15 Uhr kommt auf sterntv auch ein Beitrag über die sexuellen Erfahrungen von Kindern!!

Echt erschreckend. In meiner Klasse gibt es auch eine, die hatte mit 12 Jahren ihr erstes Mal. Aber mit 8 Jahren schon Sex, dass ist echt krank & verantwortungslos von den Eltern.

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1577825 - 16.09.2008, 19:59:15
honeyball2004
Famil​ymitg​lied​

Registriert: 14.06.2004
Beiträge: 1.109
Ort: NRW
WOW also das find ich auch ganz schön heftig........
ich habe gruppenkinder im alter von 8-10 jahren und wie gesagt das sind KINDER die spielen voll gerne sind vorlaut und jungs sind eig noch iiiiihhhhhhhhh.
ich kann mir das iwie gar nicht so richtig vorstellen dass das wirklich stimmen soll.....

das mit der 14jährigen ist heutzutage bestimmt kein einzelfall, viele mädchen haben in dem alter schon einiges an erfahrung auch wenn ich nicht wiess wie man da stolz drauf sein kann......


wie alt war denn die tochter die angeblich sex mit ihrer mutter und deren freund hat???
_________________________
^^Du liebst nicht den, den du schön findest, du findest den schön,den du liebst!!!!^^ <3<3<3<3

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1577837 - 16.09.2008, 20:05:18
farinurlaubgirl 15
Nicht registriert


Hey,

ich finde es aber nicht richtig, durch diesen immer früheren Sex davon auszugehen, dass sich die Jugendlichen immer weniger nach Geborgenheit sehnen. (So stand es im ersten Zitat von RTL.)

Ich denke, es ist eher das Gegenteil der Fall. Durch die wechselnden Beziehungen versuchen wahrscheinlich gerade junge Mädchen, jemanden zu finden, dem sie gefallen, für den sie das tun, was er von ihnen will und er sie deshalb mag. Sie wollen gemocht werden bzw. Anerkennung erfahren. Mir kann niemand erzählen, dass eine 11-Jährigen ausschließlich Sex haben will, um Spaß zu haben für sich selbst. Daran glaube ich nicht. Da schwingt immer Neugier mit, die ihr durch andere vermittelt wurde. Und ich glaube auch nicht, dass solch ein Kind losgeht und sich denkt "heute reiß ich mir einen Jungen auf, ich will Sex" - sie lässt sich eher leiten, was natürlich unverantwortlich und schockierend ist.

Lisa.

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1577888 - 16.09.2008, 20:26:39
Chica911
​[rock'n'roll queen]

Registriert: 08.04.2003
Beiträge: 6.975
Ort: [da.wo.du.nicht.sein.willst]
Zitat:
Aber mit 8 Jahren schon Sex, dass ist echt krank & verantwortungslos von den Eltern.

Was können die Eltern denn dazu, wenn ihre Kinder schon Sex haben? confused Im Normalfall ist es ja nun nicht so, dass sie sie dazu ermutigen.
_________________________
"Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun."
(Orson Welles)

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1577897 - 16.09.2008, 20:35:22
CU-Tobi
Nicht registriert


Zitat:

Als das kleine 10 Jährige Mädchen geredet hat ist mir fast die Pizza aus der Hand gefallen. Im Hintergrund noch Spielzeug und Kuscheltiere, sie ganz verschüchtert mit piepsiger Stimme wie 10 Jährige eben so sind.


Was erwartet man von dieser Schundsendung ? Man muss ja alles richtig in Szene setzen..

Das einzelne oder auch kleinere Gruppen derart fehlerzogen oder eben gar nicht erzogen werden, ist nicht gut, nein, eigentlich sollte man das möglichste versuchen - sexuelle Aufklärung in Schule ist ein guter Anfang, die Frage ist auch, inwieweit man das ausbauen kann.

Die Darstellung, dass es "der Jugend" - also allen - so ginge, ist eine Anmaßung, welche die Sensationsgeilheit der breiten Bevölkerung (aber nicht der gesamten ;) ) widerspiegelt >.<

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: Chica911] - #1577898 - 16.09.2008, 20:35:45
CrazyNolly
Nicht registriert


Zitat:
Zitat:
Aber mit 8 Jahren schon Sex, dass ist echt krank & verantwortungslos von den Eltern.

Was können die Eltern denn dazu, wenn ihre Kinder schon Sex haben? confused Im Normalfall ist es ja nun nicht so, dass sie sie dazu ermutigen.

Eben.. Und im Normalfall denkt man auch nicht dran, dass sowas passieren koennte. Da kann man seinem Kind dann ja nich verbieten einen Freund/in des anderen Geschlechts zu besuchen. Es gibt sehr sehr viele (die Meisten) die dann eben echt normal spielen, so wie es Kinder tun. Und soll man bei einem 8 jaehrigen Kind den ganzen Tag nebendran hocken?

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: Chica911] - #1577901 - 16.09.2008, 20:39:26
Nussnugat123
Pi-Pi​kachu​!​

Registriert: 24.03.2006
Beiträge: 1.102
Zitat:
Zitat:
Aber mit 8 Jahren schon Sex, dass ist echt krank & verantwortungslos von den Eltern.

Was können die Eltern denn dazu, wenn ihre Kinder schon Sex haben? confused Im Normalfall ist es ja nun nicht so, dass sie sie dazu ermutigen.


Wäre ja noch schöner... Naja aber in manchen Fällen hüpfen sie ja gemeinsam mit ihrer Tochter in die Kiste *g*

Zu dem 8-jährigen Mädchen nochmal...

Die Eltern wurden interviewt und die machten keinen geschockten Eindruck. Gut in solchen Gegenden ist sowas wohl "normal", aber dass man darüber redet, als sei sowas das Normalste auf der Welt finde ich einfach nur krank.

Natürlich werden die Kinder immer frühreifer, meinetwegen. Aber 10-Jährige Kinder die sich besser in der Porno-Welt auskennen, als manch anderer ist für mich sehr erschreckend und beunruhigend, alleine schon weil (wie schon DB schrieb) Pornos genau das Gegenteil des normalen Sex verwirklichen. In Pornos ist alles kalt, der Macho legt jede ''Tussi'' flach und nicht so wie es eigentlich ist (oder sagen wir "sein sollte!"): Der größte (wie ich finde) Liebes- und Vertrauensbeweis dem man seinem Partner schenken kann.
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(S. Meyer - Twilight, Bis(s) zum Morgengrauen)

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: Nussnugat123] - #1578206 - 17.09.2008, 14:44:29
Schneckennudel13
Nicht registriert


wo kam die Reportage denn?

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1578296 - 17.09.2008, 17:14:40
That-Lady89
Famil​ymitg​lied​

Registriert: 27.06.2006
Beiträge: 8
um noch einmal auf die Sache mit den Pornofilmen zurück zu kommen, dazu gab es schon 2007 einen Bericht im Spiegel
ich kopier den einfach mal hier rein (kann sein das evtl gesternte wörte drin sind, einfach überlesen pls)
ist zwar sehr lang aber lohnt sich wirklich, den zu lesen


Voll Porno

Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist.
Eltern schauen mit ihren Kindern Hardcore-Filme. 14-Jährige treffen sich zum Gruppensex. Ihre Idole singen von V*rg*w**t*gung. Ein Teil der Gesellschaft driftet ab in die sexuelle Verwahrlosung.

Etwas fehlt. Man bemerkt es nicht sofort. Auch Thomas Rüth hat eine Zeit gebraucht, bis ihm klar wurde, was er vermisst, was ihn beunruhigt. Beim Beobachten von Jugendlichen ist ihm aufgefallen: "Wenn die mit jemandem gehen, dann küssen sie sich nicht." Sie sind 12, 13 oder 14 Jahre alt und halten nicht Händchen und streicheln sich nicht. Dabei sind sie nicht schüchtern. Im Gegenteil. Viele dieser Kinder haben selbstverständlich Se* miteinander.

Thomas Rüth ist Sozialpädagoge. Er leitet das Jugendhilfe-Netzwerk der Arbeiterwohlfahrt in Essen-Katernberg, einem Bezirk mit besonders großen sozialen Problemen. Regelmäßig besuchen er und seine Kollegen Familien, die ohne Hilfe nicht mehr klarkommen. Wenn die Sozialarbeiter zu Besuch sind, flimmert in den Wohnstuben fast immer die Glotze. Doch nicht jedes Mal läuft dort der Nachmittagsmüll von RTL 2. Immer öfter kommt das Programm aus dem DVD-Spieler: Pornos. Und die Kinder sitzen mit auf dem Sofa.

Jugendliche küssen sich nicht. Kinder gucken Pornos. Beides hat was miteinander zu tun. Im Porno küsst man sich nicht. "Viele dieser Kinder wachsen im emotionalen Notstandsgebiet auf. Die wissen alles, wirklich alles über sexuelle Praktiken. Aber wenn wir denen etwas über Liebe erzählen, über Zärtlichkeit, dann verstehen die überhaupt nicht, wovon wir reden", sagt Thomas Rüth. Genau das ist es, was fehlt.

"Porno - wie eine Seuche"
"Die Kinder sind voll mit diesen Bildern. Und die kriegen sie nicht aus dem Kopf", sagt Gabriele Heinemann. Auch sie ist Sozialarbeiterin. Sie kümmert sich um Mädchen in Berlin-Neukölln, Deutschlands bekanntestem Problembezirk. Madonna heißt der Klub, den sie leitet. Vor drei Jahren hat sie zum ersten Mal das Wort "Gang-Bang" gehört. Eine 14-jährige Neuköllner Göre prahlte: "Am Sonnabend mach ick Gang-Bang." Heinemann recherchierte, was das bedeutet: Gang - die Bande. Gang-Bang - eine ganze Bande Männer fällt über eine Frau her. Ein Standard in aktuellen Pornofilmen. "Zuerst dachte ich, die Kleine will sich nur wichtig machen. Aber das war wirklich so. Und es breitet sich aus wie eine Seuche."

In vielen Jugendklubs in Berliner Unterschichtsvierteln bereitet die Se*ualität der Heranwachsenden den Betreuern ähnliche Sorgen wie deren Gewalt. Viele trauen sich nicht mehr, 14-Jährige längere Zeit in einem Raum allein zu lassen. Sie fürchten, bei ihrer Rückkehr Jungs mit heruntergelassenen Hosen vorzufinden. Und davor knien Mädchen. Das ist mehrfach vorgekommen. "Das Bild unserer Jugendlichen von Se*ualität ist total geprägt von Pornografie", sagt Gabriele Heinemann.

Mutter hat Se* - Kind schaut zu
Die Klage über lockere Sexualmoral ist älter als der Minirock. Doch diesmal warnen keine verklemmten Spießer, Fundamentalfeministinnen oder prüde Kirchenmänner. Es sind Lehrer, Sozialpädagogen, Erziehungswissenschaftler, Hirnforscher, Therapeuten, Sexualwissenschaftler und Beamte in Jugendämtern. Sie beobachten nichts Geringeres als eine sexuelle Revolution. Doch dabei geht es nicht um freie Liebe. Mit Freiheit und mit Liebe hat es nichts zu tun. Der Motor für diese Umwälzung der Se*ualität sind keine Ideale. Es ist Pornografie. Womit Thomas Rüth oder Gabriele Heinemann täglich konfrontiert werden, ist eine Form der Verwahrlosung: sexuelle Verwahrlosung.

Jeden Nachmittag beobachtete die Streetworkerin Ayten Köse eine Gruppe Jungen, die auf der Straße direkt vor ihrem Neuköllner Büro rumhingen. "Die waren so neun, zehn Jahre alt. Und ständig haben sie den einen gehänselt. Es wurde immer schlimmer", erzählt sie. Schließlich sprach sie den Jungen an. Der druckste rum. Es sei, na ja, wegen seiner Mutter, ihren Männern und so. Die Mutter veranstaltete kleine Shows für den Sohn und seine Freunde. Wenn die ihn zu Hause besuchten, dann zeigte sie ihnen gern einen Pornofilm. Ab und zu durften sie auch zuschauen, wie sie mit einem Liebhaber Se* hatte. "Natürlich habe ich die Mutter angesprochen", sagt Ayten Köse. "Aber die hat nur gesagt: "Ich weiß gar nicht, was sie wollen. Das ist doch nur Se*. Ist doch ganz normal"."

Bernd Siggelkow ist ein evangelischer Pfarrer. "Bernd, Bernd. Trägst du Tangas?", ruft eine Neunjährige durch den Speisesaal. "Der Freund von meiner Mutter hat immer so superscharfe Dinger an." Siggelkow lächelt etwas verlegen. 1995 hat er in Berlin-Hellersdorf die "Arche" gegründet. Dort finden die Kinder aus dem Viertel, was sie in ihren Familien nicht bekommen: Zuwendung, Erwachsene, die sich mit ihnen beschäftigen, und eine warme Mahlzeit. In den vergangenen Jahren hat Siggelkow eine deutliche Veränderung an den Kindern festgestellt. "Das Leben dieser Kinder ist komplett sexualisiert", sagt Siggelkow. Oft kommen die Kinder mit ihren Problemen zu ihm. "Gerade gestern erst wieder eine Elfjährige. Die wollte wissen, ob sie noch normal ist, weil sie noch nie Se* hatte."

Wenn Siggelkow mit den Eltern der Arche-Kinder spricht, dann fast immer mit den Müttern. "Väter gibt's hier nicht." Manche Mütter beklagen sich, dass ihre Kinder sie stören. "Dann frage ich, wobei die stören. Und die antworten: beim Se*." Siggelkow trifft Mütter, die sich entscheiden, "mal lesbisch auszuprobieren". Weil sie es im Porno so schön finden. Er trifft Mütter, die nicht verstehen, dass es ihre Kinder verstört, wenn sie beim Se* mit fremden Männern die Schlafzimmertür offen lassen. Er trifft Mütter, "bei denen Se* das absolute Highlight ihres Lebens ist". Meistens das einzige.

Se* als Erfolgserlebnis
Die Beziehungen verändern sich rasant, insbesondere in der Unterschicht. Die Männer sind häufig nicht mehr die Ernährer der Familie. Diese Rolle übernimmt immer öfter der Staat. Das macht es den Partnern leichter, sich zu trennen. Männer und Frauen sind immer weniger eine ökonomische Einheit, immer weniger Schicksalsgemeinschaft, immer weniger Lebenspartner. Was bleibt, ist die Se*ualität. Sie bekommt eine neue Wichtigkeit. Gerade im Leben vieler Frauen. Ohne gute Schulbildung, ohne Berufsausbildung haben Frauen heute keine realistische Chance auf einen guten Job. Für Frauen aus der Unterschicht ist es daher häufig schwierig, Anerkennung zu erfahren, gelobt zu werden, erfolgreich zu sein. Doch in der Se*ualität, da können sie "erfolgreich" sein. Die Se*ualität wird umgedeutet. Sie bekommt eine neue Rolle, eine neue Funktion im Leben. Se* wird das, was für andere der Beruf ist, das Studium, der Sport oder das Spielen eines Instruments - die Möglichkeit, den eigenen Ehrgeiz auszuleben und zu befriedigen.

"Das Dumme ist nur: Es klappt nicht", sagt Thomas Rüth aus Essen. "Wir beobachten das mit Sorge. Viele Frauen leiden wirklich unter dieser Art der Se*ualität." Der Leistungsdruck überfordert sie.

Einfluss von Porno kaum erforscht
Wie viele Menschen häufig Pornos gucken und wie das ihre Se*ualität und Persönlichkeit verändert, "das erforscht hierzulande leider niemand", sagt Volkmar Sigusch, der Altvater der deutschen Sexualwissenschaft. Die jüngste Studie dazu habe er noch selbst gemacht. Wann, daran erinnert sich der 66-Jährige nicht genau. Aber an die Methode: Er hat Versuchspersonen Pornodias gezeigt. Dias! Damals gab es noch keine Videos, keine DVDs, erst recht kein Internet.

"Der Forschungsstand zur Pornografie ist in Deutschland wirklich dünn", sagt Professor Jakob Pastötter. Er hat eine Doktorarbeit zum Thema Pornografie geschrieben, allerdings am Kinsey-Institut in den USA. Heute ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung. "Man kann die Auswirkungen, die permanenter Pornokonsum vor allem in der Unterschicht hat, überhaupt nicht überschätzen", sagt Jakob Pastötter. Die Ästhetik, die Sprache, das Verhalten in Pornofilmen - "das alles entwickelt sich zu Rollenvorbildern für die, denen die Vorbilder abhandengekommen sind." Jakob Pastötter sagt: "Pornografie wird zur Leitkultur der Unterschicht."

Natürlich guckt die gesamte Gesellschaft Pornos, nicht nur die Unterschicht. "Aber die Unterschicht konsumiert mehr Pornos. Oft täglich", sagt Pastötter. Ein wichtiges Merkmal des Alltags unterschiedlicher Schichten ist ihr Umgang mit Medien. Menschen mit niedriger Bildung hocken länger vor der Glotze und schauen andere Programme als der Schnitt der Gesellschaft. Der Kriminologe Christian Pfeiffer nennt das "mediale Verwahrlosung". Nahtlos geht alles ineinander über: Trash-Talk-Shows am Nachmittag mit Live-Vaterschaftstest oder gepiercten Müttern, die es mit Freunden ihrer Töchter treiben, Pornos am Abend und dazwischen die eigene Se*ualität. Die Grenzen verschwimmen. Wer nie gelernt hat, kompetent mit Medien umzugehen, dem fällt es schwer, zwischen Fiktion und Realität zu trennen. Darum wirken Pornos auf unterschiedliche Menschen unterschiedlich. Auf Kinder ist die Wirkung am stärksten.

Kinder ahmen Pornostars nach
Kinder lernen durch Zuschauen und Nachahmen. Bisher war die Se*ualität dabei stets eine Ausnahme. Sie fand nicht öffentlich statt. Junge Liebespaare haben die Liebe darum nicht "gelernt", sie haben sie "entdeckt". Heute können Kinder im Internet zu jeder Tageszeit unzählige Menschen beim Se* beobachten - und lernen so auch die Se*ualität durchs Zuschauen. Vorbilder sind dabei keine Liebenden, die etwas füreinander empfinden. Die Standards setzen Nummern ohne jedes Gefühl, Intimitäten ohne Ansehen der Person.

Jakob Pastötter hat festgestellt: Die Filme sind deutlich härter und brutaler geworden. "Gerade für die Intensivnutzer der Pornografie muss der Reiz ständig gesteigert werden, sonst wirkt es nicht." Einen Film, in dem ein Mann und eine Frau einfach nur miteinander schlafen, womöglich gar zärtlich, das kauft heute kein Mensch mehr.

Was aber ist erfolgreich auf dem Pornomarkt? Was erregt die Kunden?

Venus, so heißt die weltweit größte Pornomesse. Jedes Jahr findet sie in Berlin statt, und jedes Jahr wächst sie um ein oder zwei Messehallen. Auf den Tresen der Messestände liegen Frauen zum public viewing aus. Männertrauben drängeln sich zwischen ihre Beine und lichten mit Digitalkameras ihre Körperöffnungen ab. Auf riesigen Leinwänden zeigt die Branche eine Leistungsschau des weiblichen Unterleibs. "Langsam wird's mir echt zu viel", sagt eine etwa 40-jährige Dame, die einen Stand mit unzähligen Porno-DVDs bewacht. Sie dachte, es wäre ein harmloser Messejob. "Erotik haben die gesagt. Aber was hat das hier mit Erotik zu tun. Alle paar Minuten kommt so ein Perverser und fragt mich, wo die Schwangerenpornos sind." Davon gibt es viele Regalmeter. Andere Renner sind Schmierereien mit Fäkalien. Und natürlich Gewalt in allen Variationen.

Lust auf Schmerzen und Gewalt
"Porno, das ist heute LifeStyle", sagt Gian Carlo Scalisi. Auf seiner Visitenkarte steht "Managing Director" von "21 Sextury Video". Seine Firma stellt äußerst erfolgreiche Pornofilme her. "Unsere Kunden kommen aus allen Schichten, nicht nur aus der Unterschicht", sagt Scalisi. "Mindestens 20, vielleicht sogar 25 Prozent sind Mittel- oder Oberschicht." Scalisis Kunden wollen "Gonzo-Filme". Das sind Pornos, die auf jede Rahmenhandlung verzichten. In einem Studio in München stellen die Produzenten eine Pritsche auf. Eine Frau wird daraufgelegt. Dann fallen drei oder vier Männer über sie her. Gang-Bang. Alle Darsteller, auch die Frauen, seien Amateure, beteuert Scalisi. Warum? "Amateure kommen viel besser rüber. Das spüren unsere Kunden. Bei den Frauen, ich meine, da sieht man: Die haben noch richtige Schmerzen."

Pornos, die sich heute gut verkaufen, sind keine Erotikfilme. Sie handeln von Gewalt. Gewalt mit Se*.

"Das find ich geil", sagt Melanie. Sie ist 19 Jahre alt, versucht gerade den Hauptschulabschluss nachzuholen und besucht mit ihrer Freundin die Venus. Die Freundin heißt auch Melanie und ist 20. Ihre Freunde sind nicht dabei, sie verbringen das Wochenende lieber bei einem Motorradrennen. Die Melanies haben schon früh angefangen, Pornos zu schauen. "So früh nun auch wieder nicht. Mit elf oder so. Ganz normal, wie die anderen auch", sagt die ältere Melanie. Ihre Mutter, bei der sie ohne Vater aufgewachsen ist, hatte immer einen Vorrat Videos und später DVDs im Regal. "Die hab ich natürlich auch angesehen." Bei der jüngeren Melanie war "das alles ganz genauso".

Die Melanies wissen, welche Filme ihnen gefallen. "Schon die härteren Sachen. Das andere kennt man alles schon." Oft drehen sich die Gespräche im Freundeskreis um den Inhalt neuester Pornos. "Klar, Sachen wie Gang-Bang, das sind schon Riesenthemen. Da reden alle drüber und fragen sich: Soll ich das machen?"

Machen Filme, in denen sexuelle Gewalt dargestellt wird, den Zuschauer gewalttätig, oder wirken sie eher wie ein Ventil? "Die Katharsis-Hypothese ist widerlegt. Wir wissen: Solche Filme wirken eindeutig verstärkend", sagt Professor Klaus Mathiak. Er ist Neurobiologe und Verhaltenspsychologe am Universitätsklinikum Aachen und leitet ein Forschungsprojekt, das die Wirkung von Gewaltmedien auf das Gehirn und auf das Verhalten des Menschen erforscht. Alles, was häufig wiederholt wird - der Tennisaufschlag, das Spielen eines Instruments, Vokabelnbüffeln -, verändert das Gehirn. Man lernt.

Auch Gewalt muss der Mensch lernen. Er muss eine Hemmschwelle überwinden. Boxer trainieren das mit speziellen Übungen. "Genauso funktionieren Gewalt-Computerspiele", sagt Mathiak. "Die Spieler können nur erfolgreich sein, wenn sie lernen, die Empathie mit ihren Opfern zu unterdrücken." Also das Mitgefühl. "Bei Spielern, die lange und intensiv spielen, können wir spezifische Veränderungen im Gehirn nachweisen." Bei Pornos, vor allem bei Gewaltpornos, wirkt derselbe Mechanismus. Bei jemandem, der sich laufend Gewaltsex und Gang-Bang-Szenen ansieht, bei denen die Frauen "echte Schmerzen" empfinden, bei dem verändert sich das Gehirn. "Vom Anblick leidender Menschen se***ll stimuliert zu werden, dazu muss man die Empathie ausschalten, sonst wirkt es nicht. Und das muss man erst lernen - indem man das immer und immer wieder anschaut."

Der pornografische Blick ist ein erlernter Blick. Wenn Pornografie schließlich zum Bestandteil des Alltags wird, verändert sich nicht nur die Se*ualität eines Menschen, sondern sein ganzes Wesen. "Dann werden Sachen als normal empfunden, die man vorher als völlig unnormal empfunden hätte", sagt Professsor Mathiak.

Die Empfindung verloren
Menschen, die das Empfinden verloren haben für normal und krank, für natürlich und pervers, für schön und eklig, landen manchmal in der Beratungsstelle des Psychosozialen Dienstes in Neukölln. Im Sommer bekamen die Therapeuten dort Besuch von einer Mutter, deren sechsjähriger Sohn in der Schule aufgefallen war. Immer wieder hatte er in der Pause Mitschülerinnen in eine Ecke gezerrt. Er zog den Mädchen und sich selbst die Hosen runter und tat so, als hätte er Se* mit den Mädchen. Ein neues Spiel: V*rg*w**t*gung. "Das denkt sich kein Sechsjähriger aus", sagt der Psychotherapeut Karl Wahlen, Leiter der Beratungsstelle. Die Mutter erzählte ganz freimütig, dass sie mit ihrem Freund regelmäßig Filme ansehe, in denen Vergewaltigungsszenen vorkommen. Und dass ihr Sohn dabei mitschauen dürfe.

"Wenn Kinder so etwas zusammen mit den Eltern sehen, verstärkt das die enthemmende Wirkung", sagt Wahlen. Das hat er auch der Mutter erklärt. Einige Wochen später kam sie wieder. Auf die Pornos zu verzichten hatten sie und ihr Freund nicht geschafft. Aber sie schauten nicht mehr gemeinsam mit dem Sohn. Der wurde in sein Zimmer geschickt. Um die Pornos dort zu gucken. Nur diesmal allein.

"Scham und Ekel funktionieren bei vielen fast gar nicht mehr. Die Grenzen lösen sich auf", sagt Karl Wahlen. Er betreut Mädchen, die irgendwo - auf der Tischtennisplatte, auf dem Kinderspielplatz oder unter einem Balkon des Wohnblocks - mit einer Gruppe Jungen Se* haben. Die gerade Untätigen filmen die Szenen mit ihren Handys und stellen die Filmchen ins Netz. "Die Konkurrenz, unter der die Mädchen beim Se* stehen, ist massiv", sagt Karl Wahlen. "In der Therapie wird schnell klar, dass die im Inneren spüren, dass ihnen das alles nicht guttut. Aber dann sagen sie oft: ,Was habe ich denn sonst?""

Die Helden: Bushido, Sido, Frauenarzt
Die Helden, die Idole dieser Kinder, heißen Sido, Bushido, Frauenarzt und King Orgasmus One. Es sind Porno-Rapper. Viele ihrer Songs werden nie im Radio gespielt, weil sie auf dem Index stehen. Sie sind als jugendgefährdend eingestuft. Trotzdem werden sie vorwiegend von Jugendlichen gehört. Und von Kindern. Im Internet kann sie jeder problemlos downloaden. Die Songs der Porno-Rapper sind Bestseller. Sido ist der berühmteste. Der Hit, der ihn bekannt machte, ist der "Arschficksong". Darin besingt er, wie er ein kleines Mädchen, die Katrin, anal v*rg*w*lt*gt: "Katrin hat geschrien vor Schmerz. Mir hat's gefallen... Ihr Arsch hat geblutet. Und ich bin gekommen."

Die Mädchen schwärmen für Sido. Für die Jungen ist er ein Vorbild. Schon Grundschüler können seine Texte auswendig. "Und die reden nur noch in dieser Sprache", sagt Gabriele Heinemann von Madonna in Neukölln. "Jeder zweite Satz ist: "Ey, ich f*ck dich in den Arsch.""

Sidos größter Konkurrent ist Bushido. Im vergangenen Jahr ist er mit dem Echo und dem MTV Europe Music Award geehrt worden. Was für Sido der "Arschficksong", ist für Bushido das Stück "Gang-Bang", das so beginnt: "Ein Schwanz in den Arsch, ein Schwanz in den Mund, ein Schwanz in die *****, jetzt wird richtig gebumst." Bushido füllt die großen Hallen. Die Konzert-Uniform der Mädchen ist ein T-Shirt mit der Aufschrift "Gang-Bang". Viele Kinder kommen mit den Eltern zu seinen Auftritten. "Ich find den scharf, ich find den scharf, ich find den scharf", schwärmt eine Mutter aus Hohenschönhausen, die mit ihrem zwölfjährigen Sohn vor der Berliner Columbia-Halle auf Einlass wartet. Später stehen Mutter und Sohn mit glühenden Wangen in der Menge, lassen sich von den Bässen durchschütteln und singen aus vollem Hals mit, wenn Bu-shido über alle vorstellbaren Sexpraktiken singt. Ein Junge, weit entfernt vom ersten Bartwuchs, filmt Bushidos Auftritt mit seinem Handy. Zwischen zwei Songs schaltet er die Aufnahmefunktion ab. Auf dem Display erscheint der Bildschirmschoner. Es ist ein Foto. Ein Pen*s steckt im Po einer Frau.

Sido und Bushido sind Softies, wenn man sie mit Frauenarzt vergleicht. "Bei mir muss es so richtig knallhart sein", sagt er. Seine Songs nennt er "takes". Es sind ins Mikro gebrüllte Vergewaltigungsfantasien. Vergewaltigungen allein, in der Gruppe, mit Schlägen. Wie alle Porno-Rapper hat natürlich auch Frauenarzt einen Gang-Bang-Song. Darin brüllt er: "Alle rauf auf eine Frau." "Die ***** ist das Fleisch." "Hey *****, mach die Beine breit!" "Wir ****** dich, bis dir die Lippen brechen." Seine CDs sind eine Ansammlung solcher Albträume. Davon verkauft er bis zu 10 000 Stück in jedem Monat.

Frauenarzt ist der 28-jährige Vincento de Marcos aus Berlin-Tempelhof, der seine Lehre geschmissen hat und der seine Baseballmütze bis über die Augenbrauen ins Gesicht zieht. Er sitzt vor einem Milchkaffee. Seine Blicke rasen durch das Café. "Also, was in meinen Texten vorkommt, da drauf steht doch jede Frau. Je jünger, je mehr. Normal", behauptet er. Wenn das stimmt, wenn das mehr ist als nur kranke Fantasie, dann müsste Frauenarzt solche Frauen kennen, die diese Se*ualität leben. "Klar", sagt er, greift in die Jackentasche, holt das Handy raus und durchblättert das elektronische Telefonbuch. "Nee, die geht nicht, die ist noch nicht mal 16. Da gibt's nur Probleme. Aber hier, die Jessica×, die ist schon 19. Die geht." Das Handy wählt. Jessica kommt.


"Ich bin die mit den zwölfen"
Sie ist klein, fast zart. "Ich bin die mit den zwölfen", sagt sie gleich zur Begrüßung. Zwölf? "Na, das ist mein Rekord. Also bis jetzt." Jessica hatte Se* mit zwölf Männern gleichzeitig. "Und die sind alle gekommen, ehrlich!" Sie ist so stolz. Sie ist die Jessica mit den zwölfen. Sie ist wer.

Aufgewachsen ist sie in einem Dorf in Thüringen, mit ihrer Mutter und den Pornos der Mutter. Sie war die Erste in der Klasse, die Se* hatte. "Das hab ich natürlich sofort rumerzählt. Das war cool." Ihr Lebenslauf: Schule abgebrochen, erste Lehre abgebrochen, zweite Lehre abgebrochen. Derzeit ist sie arbeitslos. Jessica ist ein "Hardcorefan" von Frauenarzt. Sie kennt jede seiner Zeilen auswendig. "Der bringt, was uns bewegt. So ist halt unser Leben."

Auch Werner Meyer-Deters kennt die meisten dieser Texte. In der Bochumer Beratungsstelle der Caritas betreut der Pädagoge Minderjährige, die nicht Opfer von Se*ue**er Gewalt sind, sondern Täter. Es sind fast ausschließlich Jungen. Viele von ihnen müssen stationär in einer Klinik behandelt werden. Am Beginn der Therapie nehmen die Betreuer ihnen die MP3-Spieler ab. "Wir hören schon gar nicht mehr rein, was für Musik da drauf ist", sagt Meyer-Deters. "Wir wissen sowieso, was die alle hören: Sido und diesen ganzen Dreck. Das richtet so viel Schaden an! Das müsste man wirklich aus dem Verkehr ziehen."

Meyer-Deters ist die Endstation der Se*ue**en Verwahrlosung. Zu ihm kommen die Schwächsten. Es sind Jungen, denen die Eltern keine Werte, kein Rückgrat, keine Kraft vermitteln konnten. Liebe kennen die nicht mal aus dem Fernsehen. Der Schamlosigkeit, den Wirkungen der allgegenwärtigen Pornografie sind diese Jungen schutzlos ausgeliefert. "Viele kommen aus einem Milieu, in dem sie insgesamt verwahrlost aufwachsen. Da ist die sexuelle Verwahrlosung nur ein Aspekt", sagt Meyer-Deters. Sind also nur die Eltern schuld? "So einfach dürfen wir es uns nicht machen", sagt der Pädagoge. "Diese Jungen sind auch ein Produkt einer falsch verstandenen Liberalität in der Gesellschaft insgesamt."

Junge v*rg*w*lt*gt Schwester
Die Taten, mit denen Meyer-Deters sich auseinandersetzen muss, sind keine Doktorspiele. Es sind ausgewachsene Vergewaltigungen von Tätern, die manchmal noch nicht mal in der Pubertät sind. Jungen vergewaltigen ihre Geschwister, Mitschüler oder Nachbarskinder. Allein oder in der Gruppe. Manche fesseln ihre Opfer, schlagen sie oder missbrauchen sie mit Schraubenziehern. Die meisten sind Mehrfachtäter. Sie werden nicht von einem plötzlichen Drang übermannt. Sie suchen sich ihre Opfer gezielt aus, planen die Taten durch und erregen sich schon vorher an der Fantasie.

Jugendliche Sexualstraftäter sind kein Randproblem. Ihre Zahl hat sich innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt, auf mehr als 4000 im Jahr 2004. Bald wöchentlich berichten Medien über neue Fälle von Kindern und Jugendlichen, die Gleichaltrige se***ll missbrauchen. In jedem fünften Fall von Kindesmissbrauch, so schätzen Kriminologen, sind die Täter selbst minderjährig. Die Kölner Kriminalpsychologin Sabine Nowara hat in einem Forschungsprojekt die Behandlung von mehr als 300 minderjährigen Sexualstraftätern ausgewertet. "Die Gefahr, die in der Se*ue**en Enthemmung von Kindern und Jugendlichen steckt, ist wirklich besorgniserregend. Und sie wird massiv unterschätzt", sagt Sabine Nowara.

Bei den vielen Jungen, die Werner Meyer-Deters in Bochum behandelt, sind ihm vier Gemeinsamkeiten aufgefallen: 1. "Signifikant ist diese Pornosozialisation, vor allem mit Extrempornos." 2. "Die meisten haben Eltern, bei denen sie einen absolut entgrenzten Umgang mit Se*ualität erfahren haben." 3. "Die Eltern stammen oft aus den unteren sozialen Milieus." Nur 30 Prozent der Väter und nur 10 Prozent der Mütter haben eine Berufsausbildung. 4. Sido, Bushido und Frauenarzt.

Im Sommer hat Werner Meyers-Deters viele Stunden mit einem elfjährigen Jungen verbracht. Der hatte seine vierjährige Schwester regelmäßig v*rg*w*lt*gt und sich dazu mit Pornos in Stimmung gebracht. Zuerst wollte der Junge gar nicht reden. Irgendwann sagte er: "Aber die anderen, die machen das doch auch alle." Die anderen, das sind die im Porno.

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: That-Lady89] - #1578541 - 17.09.2008, 22:13:28
Day
Nicht registriert


Jetzt kommt ein Bericht auf sterntv über dieses Thema!

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: That-Lady89] - #1578632 - 18.09.2008, 02:42:46
I>Gauloises<I
Nicht registriert


Also hier wird eindeutig etwas überreagiert und zuviel in die Geschichte einer 10 Jährigen rein interpretiert die ein erlebnis vor 2 jahren erzählt.

1. Ich denke was die beiden Kinder gemacht haben war eher Dr. Spiele und evtl. haben sie das aufeinander liegen beim Sex nachgemacht.

2. Ist der Akt mit 8 Jahren von beiden seiten kaum möglich , der Penis ist in dem alter eher winzig und bei dem Mädchen ist die Scheide noch sehr verschlossen mit einer winzigen öffnung.

Natürlich gibt es Jungen und Mädchen die mit 10-11 erste sexuelle erfahrungen sammeln aber das ist bei der mehrzahl eher kindliche neugier und hat extrem selten was mit richtigen sex zutun.

Aber hier sieht man wirklich wieder gut welch einen einfluß die Medien haben. Nun glauben 80% der bevölkerung das kinder sexhungrige , nicht zur liebe fähigen wesen sind.

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1578752 - 18.09.2008, 14:29:12
Nussnugat123
Pi-Pi​kachu​!​

Registriert: 24.03.2006
Beiträge: 1.102
Der "Junge" mit der die 8-jährige Geschlechtsverkehr hatte war zu diesem Zeitpunkt 17, somit schon ein wenig reifer ^^ (grenzt eigentlich schon ans pädophile, aber nunja).
_________________________
"And so the lion fell in love to the lamb"
"What a stupid lamb.."
"What 'n sick, masochistic lion!"


(S. Meyer - Twilight, Bis(s) zum Morgengrauen)

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: DB Devil] - #1578800 - 18.09.2008, 16:01:29
Tischie
​böswillig, allmächtig

Registriert: 30.01.2006
Beiträge: 685
Zitat:
So dramatisch, wie Extra sie darstellt ist die Situation jedoch nicht. Hier wurden wieder Einzelmeinungen und Einzelfälle aufgeblasen und einseitig betrachtet. Medienrummel eben. zwinker


Soweit gebe ich dir recht.
Allerdings meine ich das es auch hier "schwarze Zahlen" gibt.
Des weiteren bin ich der Meinung das es ein allgemeines Diskusionsthema ist.
Viele haben leider auch schon unter einem alter von 14 Jahren Sex.
Ob aufgeklärt oder nicht es sind noch Kinder und das sieht der Gesetzgeber auch so.
Das finde ich nicht richtig auch in dieser Zeit.
Und wenn die 14 jährigen das tun finde ich es auch nicht gerade förderlich.
Sie mögen dann Jugendliche sein doch meines erachtens nach immer noch zu Jung um Sex zu haben.
Was mich am meisten stört ist das es bahndelt wird zum "Teil" wie ein Zeitvertreib.
Für mich gehören Gefühle auch zum Sex.
Ich finde es widerwerdig und abstoßent wenn Menschen Sex haben ohne jegliche Gefühle.
_________________________
Begegne dem , was auf dich zukommt , nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung.
Franz von Sales

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1578808 - 18.09.2008, 16:10:39
The-Real-Slim-Sh@dy003
Nicht registriert


mit 8 wie kann das gehn ? bekommt man da überhaupten schon nen steifen ?

jetzt ma erlich mit 8 fand ich den gedanken zowas zu machen wiederlich (wie es bei kindern eigentlich sein sollte)

und mir wer ni in den sihn gekommen zowas zu machen

ich find das richtige alter ist 17 also kurz vor dem erwachsen werden xD

in was für ne zeit leben wir eigentlich

das passirt wen kinder von der klotze erzogen werden und nicht von den eltern

ihr benimt euch wie tiere (ohne die tiere beleidigen zu wohlen)

sex diennt eigentlich der vortpflantzung (ich mein jetzt nich das sex aus spaß schlecht ist oder so ) aber im eigentlichem ist es ja zum kinderkriegen

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: ] - #1578875 - 18.09.2008, 17:33:06
The Master3333

Registriert: 11.06.2006
Beiträge: 3.073
In SternTV haben die gesagt, das ein 8 Jähriges mädchem bei einem 9 Jährigen Jungen übernachtet hat und ihn Quasi Vergewaltigt hat lach

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Re: Liebe ist was für Erwachsene... Wir haben lieber Sex! [Re: Tischie] - #1578928 - 18.09.2008, 18:39:25
2ocean
​I'm the sin.

Registriert: 02.12.2003
Beiträge: 5.640
Zitat:
[...]
Für mich gehören Gefühle auch zum Sex.
Ich finde es widerwerdig und abstoßent wenn Menschen Sex haben ohne jegliche Gefühle.

Zeugt ja wirklich von Toleranz.. Ich kann es ja nachvollziehen, dass du das evtl. so sehen magst - aber andere Menschen dann als 'widerlich' oder 'abstoßend' zu bezeichnen, weil diese das eben nicht so sehen.. Naja, kann mir ja im Endeffekt egal sein.

Genau das hat mich aber gestern bei dem Typ, der bei SternTV war, auch so gestört. Er hat ja so getan, als sei es das Verwerflichste der Welt, wenn man Sex hat ohne denjenigen zu lieben.

Ansonsten ist das natürlich erschreckend, vor allem wenn man sich diese 8-jährige anhört. Bzw. am Erschreckendsten finde ich eigentlich die Reaktionen der Eltern. Wenn ich höre, dass man sein 6-jähriges Kind Pornos schauen lässt, frage ich mich echt, was bei den Menschen falsch gelaufen ist. Denn da stimmt ja eindeutig etwas nicht, keine vernünftig denkenden Eltern würden ihren (oder irgendwelchen) Kindern Pornos zeigen.
Natürlich habt ihr in gewissem Maße recht, wenn ihr schreibt, dass man seine Kinder nicht rund um die Uhr bewachen kann, aber es kommt ja auch kein normales 8-jähriges Kind auf die Idee, Sex zu haben. Natürlich kann man sich jetzt fragen, inwieweit das in dem Alter überhaupt schon möglich ist, aber es war ja zumindest nicht aus der Intention heraus, 'Doctorspielchen' zu machen, wie das viele Kinder tun, sondern das Kind sprach ja wirklich davon, dass sie Sex mit dem Jungen hatte. Und entschuldigung, aber natürlich ist da in dem Elternhaus was schiefgegangen. Zum Beispiel die Sache mit den Pornos, und das hat da sicher einen nicht unbeträchtlichen Einfluss darauf, welche Vorstellungen diese Kinder von Sex haben.

Klar ist das nicht die Regel, und bestimmt auch nicht die Mehrzahl der Kinder, aber ich glaube auch nicht, dass das jetzt die einzigen 5 Fälle (oder wieviele sie da gezeigt haben) in Deutschland waren, sondern dass sich das in diesen so genannten Problem-Bezirken schon immer mehr in diese Richtung wandelt.
_________________________
Fairy tales don't come true. Reality is much stormier. Much murkier. Much scarier.
Reality is so much more interesting than living happily ever after.

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