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Ein Erlebniss aus der Vergangenheit ** - #2148965 - 26.12.2010, 05:17:21
Gismo the first
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Hallo,

mir war gerade langweilig und da dachte ich mir, ich berichte mal eines meiner kleinen Erlebnisse.

Vom Gefängnis hört man immer viel, wenn man nie da war glaubt man dort gibts Wasser und Brot zum Essen, jeder neue wird erstmal kräftig, sexuell, missbraucht, Gitterstäbe statt richtiger Türen, 24 Stunden lang eingesperrt, ...
Das glaubt man ja auch, weil es alle erzählen, sogar Häftlinge erzählen diese Geschichten wenn sie wieder zu Hause sind - wahrscheinlich um zu protzen wie hart das doch ist und wie hart sie sind, dass durchgehalten zu haben.

Nun war ich 3 Wochen in Untersuchungs-/Beugehaft - ich durfte gleich nach dem Gerichtstermin wieder nach Hause gehen.

Ok, fangen wir mal an wo es spannend wird :-D
Sonntags früh erschienen vor meiner Haustür 6 Polizeibeamte - ob die mich für besonders gefährlich hielten oder nur langeweile hatten, weiss ich nicht. 2 hättens auch getan. 2 standen an der Tür, 2 vor meinem Balkon und 2 vor der Haustür. Sie klingelten sehr höflich; "palaber palaber, gegen Sie liegt ein Haftbefehl vor wir müssten Sie nun erstmal mitnehmen". Ich durfte mir noch meine Jacke anziehen und da ich mich ungern von anderen anfassen lasse durfte ich mir sogar die Handschellen selber anlegen, ich glaub der Typ hatte nur keine Lust mehr das ich ihn noch Stunden lang nerve.
Und schon gings los ins Polizeiauto und ab auf die Wache. Nein, nicht die, die man von hier aus in 2 Minuten Fußweg erreicht, sondern zu der, wo man 10 Minuten Autofahrt vor sich hat, nur um meine Personalien aufzunehmen und son Krams. Dann gings von dort aus zur (ich nenns mal so ka ob das richtig ist) Polizeihauptwache ein rießiges Gebäude mit ganz vielen Zellen für den Polizeigewahrsam. Dort saß ich dann von Sonntag Mittag um 14 Uhr bis Montag Früh um 7 Uhr, dort war nichts, nur ne Gummimatratze, nichtmal ein richtiges Fenster, wenn ich aufs Klo musste, musste ich jemanden rufen - bis dann jemand kam hats 5 Minuten gedauert. Nunja. dort angekommen musste ich erstmal Gürtel, Jacke, Handschuhe, Geld, etc. abgeben dann gings vor die Zellentür, dort musste ich mir die Schuhe ausziehen - den Sinn versteh ich heute noch nicht dann in die Zelle und einmal komplett entkleiden, einmal die Arme hoch und rumdrehen und dann durfte ich mich wieder anziehen (die Schuhe mussten drausen stehen bleiben). Der Beamte dort war auch sehr unfreundlich, aber ok.

Montags um 7, ich konnte eh nicht schlafen, kamen dann 2 Polizisten und brachten mich ins Gerichtsgewahrsam.
Nur mal um das verständlich zu machen: ich war ca. 7:15 im Gerichtsgebäude und kam dann um 10:59 vor den Haftrichter, in Begleitung meines Anwalts. Dort hab ich alles gesagt was ich zu sagen hatte - mein Anwalt hat irgendwie gar nichts gesagt, ich hab schon überlegt mich selbst zu verteidigen. Der Richter hielt den Haftbefehl aufrecht mit der Begründung: Man wisse nicht genau wo ich wohne... Joa, ist klar, man nimmt mich in MEINER Wohnung fest, unter der Wohnanschrift unter der ich auch gemeldet bin, aber man weiss nicht so recht wo ich wohne? Dagegen hätte ich zwar auch noch was machen können, allerdings wäre bis zu einem Termin vor einem anderem Richter locker soviel Zeit vergangen das mein eigentlicher Gerichtstermin früher war und ich deswegen darauf verzichtet habe.

Ich kam wieder in den Gerichtsgewahrsam und schon 2 Stunden danach wurde ich dann in den JVA Kassel-Wehlheiden gefahren, nicht das nun einer denkt die haben vielleicht noch auf andere gewartet die auch dort hin sollten, nein, ich wurde alleine gefahren.
Ok, dort angekommen musste ich erstmal durch einen Metalldetektor, danach in einen Warteraum wo ich auch ca. 2 Stunden saß und gewartet habe. Dann kam ich in den Aufnahmeraum dort musste ich mich dann wieder komplett ausziehen, Arme hoch, drehen, in die Hocke gehen meine ganzen Anziehsachen wurden mir abgenommen, ich bekam ein rotes T-Shirt, einen roten Pullover, eine schwarze Jogginghose und schwarze Lackschuhe und eine dunkelblaue Jacke mit dicken gelben Refklektorstreifen.
Dann wurde ich gefragt ob ich lieber in eine Einzelzelle möchte oder mit noch jemandem auf eine Zelle möchte. Mit bedenken an die vielen Gerüchte entschloss ich mich für eine Einzelzelle. Aufgrund dessen, dass ich vorher nicht geschlafen haben bezog ich dann mein Bett und hab mich hingelegt. Wobei man das nur entfernt als Bett bezeichnen konnte, es ein Gestell aus Metall, im Boden festgeschraubt, mit einem sehr seltsamen Stoff als Matratze. Ein paar Stunden später kam dann ein Beamter rein und riss mich aus meinem Erschöpfungsschlaf mit der Aussage "ich hab eben einen Anruf von der Jugendgerichtshilfe bekommen, Sie sollen ein bisschen depressiv und suizidgefährdet sein, packen Sie alles zusammen sie gehen in eine andere Zelle mit nem anderem Gefangen da ist auch n Fernseher". Erstmal erstaunt davon, dass die Jugendgerichtshilfe meint ich wäre depressiv - die hat sich in keinster Weise mit mir beschäftigt und ich bin wirklich eine Heulsuse wenn es darum geht mir selbst weh zutun, ich mein, ich hab schon probleme mir ne kleine Nadel in den Finger zu stechen für nen Blutzuckertest. :-D

Naja, aber alles reden hat nichts geholfen ich musste doch dort hin. Aber der Typ war, zu meiner Überraschung, sehr nett. Saß schon 11 Monate dort und hatte noch 7 Monate vor sich. Hat sich vorgestellt, gefragt warum ich da bin, mir erzählt warum er da ist, hat mir angeboten wenn ich rauchen will: Ich darf ruhig seinen Tabak benutzen ich brauch auch nicht fragen. Nur damit mich keiner falsch versteht, das war kein Waschlappen, verglichen mit mir sah er aus wie "Hulk".

Am nächsten Morgen 5:00 Uhr aufstehen, um 5:30 gabs Frühstück, 4 Scheiben Brot, 2 Portionen Butter, etwas Wurst und Marmelade und zu trinken gabs n halben Liter Milch. Sofort ist mir aufgefallen: Das ist alles Ware aus dem Ausland, der Staat kauft wohl selber ungern die überteuerten Produkte in Deutschland.
Wir haben unser Essen an der Tür abgeholt und uns wieder hingelegt. :-D
So gegen 10 sind wir dann wieder aufgestanden, haben Fernsehen geguckt und gegessen und um 13 Uhr gabs dann Mittagessen aber nicht einen Teller mit Essen wie mans von zu Hause kennt. Man hatte eine Schüssel und einen Teller, in die Schüssel passen, ich würd schätzen 1L. Die Schüssel wurde vollgemacht mit Bratkartoffeln mit Ei und auf den Teller kamen kalte Bohnen.

Dann war wieder essen und langweilen bzw. Fernsehen gucken angesagt. Da ihm der Fernseher gehörte musste ich mir das ganze Verblödungsfernsehen angucken wie "Big Brother", "Verdachtsfälle" und son ganzen Schrott. Aber besser wie nichts. Um 15 Uhr war dann Freistunde, heißt: alle dürften eine Stunde auf den Hof. Ich war in einem Erwachsenengefängnis, es wurde also nichts gespielt oder so, sondern geraucht und gequatscht.

Nach der Freistunde musste ich zum Amtsarzt, dort wurde eine Urinprobe von mir genommen, gefragt ob ich irgendwelche Drogenprobleme hätte, irgendwelche Medikamente bräuchte, ne Blutprobe genommen um nen HIV-Test zu machen usw. danach musste ich dann irgendwohin, ka. was genau das war. Jedenfalls musste ich dort Formulare unterschreiben, man wollte 3 Unterschriften von mir:

1. Wenn ich ein geregeltes Einkommen habe wird mir pro Hafttag 75€ berechnet.
2. Ob man Auskunft darüber geben dürfte dass ich dort in Haft bin, sofern jemand anruft und danach fragt.
3. Das man mich erschießen darf wenn ich einen Ausbruchsversuch starte oder sonst irgendwelche Dummheiten versuche.

Mal zur Erklärung: Das erste musste ich nur unterschreiben dass ich es zur Kentniss genommen habe, berechnen kann man es wohl auch so. Das 2. falls Familie o.Ä anruft und fragt ob ich dort sei z.B um einen Besuchstermin zu machen Das 3. erklärt sich von selbst. Man muss das 3. nicht unterschreiben, aber wenn man es nicht unterschreibt kommt man in den "besonders gesicherten Haftraum" oder auch liebevoll "Bunker" genannt. Ein dunkler Raum ohne Fenster, ein Loch im Boden falls man mal muss und eine Gummimatratze auf dem Boden. Außerdem 2 Kameras die an den Decken hängen. Der Schrecken aller Gefangenen, alles andere ist dagegen Luxus Pur.

Der rest war recht langweilig, also kommen wir zum Donnerstag. Um 8 Uhr wurde ich von einer sanft, schreienden Stimme geweckt die verlauten lies "machen se sich fertig sie gehen in einer Stunde auf Transport". Ich hab das erstmal ganz dreist ignoriert und weier rumgelegen um 9 kam er dann wieder und sagte "unfassbar, sie liegen ja immer noch da rum wie ne Schildkröte". Dann hab ich schnell alles zusammengeschmissen und sollte die Treppe hoch und dann links. Wo Rechts und links ist weiss ich, der Beamte wusste es scheinbar nicht, also bin ich erstmal in die falsche Richtung gelaufen weil ich nämlich doch nach Rechts gehen musste auf dem Weg in die falsche Richtung kam mir ein anderer Beamter entgegen und fragte "wo solls d enn hingehen?" - "keine Ahnung, der Typ meinte Treppe hoch und links aber jetzt steht er da ganz hinten..." - "ich komm mal mit ihnen, ich helf ihn mal, dafür sind wir ja da". Das war übrigens der "Duschtag" in diesem Gefängniss darf man nämlich nur Donnerstags duschen und das duschen beginnt um 9 ich durfte also bis dahin 5 Tage nicht duschen, entsprechend sah ich auch aus und roch ich scheinbar auch.
Naja, dann durfte ich wieder meine eigenen Sachen anziehen, musste unterschreiben das alles da und auch in Ordnung ist und kam wieder in den Warteraum. Der Transport fand nämlich erst um 14 Uhr statt, ich sollte von Kassel nach Wiesbaden gefahren werden. Wir kamen also im Warteraum an habens uns alle nett unterhalten, ich hab weiter die Zigaretten anderer Leute geraucht weil ich ja keine hatte und auch keine bekommen habe. :-D
Dann gabs im Warteraum noch Mittagessen, Kartoffeln mit irgendeiner undefinierbaren Soße und ein Stück Fleisch. Wir haben aber keine Messer bekommen, nur Gabeln. Nichtmal Plastikmesser oder sowas, und so ein zähes Stück Fleisch lässt sich mit der Gabel nicht portionieren also musstn wir mit den Händen essen. Darauf hatte aber keiner lust also haben wir gar nichts gegessen. :-D

Nur nochmal zur Anmerkung: Ich durfte bis dahin 5 Tage lang nicht duschen, ich konnte mir die Zähne nicht putzen oder sonst irgendwas, selbst auf Nachfrage hab ich nichts bekommen um mich irgendwie zu pflegen, die Gefangen hingegen waren alle super nett. Man muss also mehr Angst vor dem Staat und den Beamten haben als vor den Mitgefangenen.

Wir gingen dann auf den Transport, es war ein Buss mit mehreren kleinen Zellen für je 2 Personen und einem winzingem Fenster, wo nichtmal mein Arm durchgepasst hätte, trotzdem war es vergittert.
Ich weiss nicht ob wirklich aus Spaß oder mehr aus Langeweile, jedenfalls haben wir immer am Fenster zu den vorbeifahrenden Autos gewunken oder zu Passanten auf der Straße. Die Leute fanden das alle ganz witzig weil wir noch so ein fettes Grinsen aufgesetzt haben, besonders an den Ampeln kamen die Leute aus dem Lachen nicht mehr raus wenn wir noch nen Daumen nach oben gezeigt haben. :-D
Auf dem Bus stand übigens dick "Justizvollzug - Hessen". Alle kamen in verschiedene Gefängnisse, ich glaub wir sind an dem Tag zu 6 Gefängnissen gefahren, wir, die nach Wiesbaden sollten, waren zu zweit. Nur wir beide wurden nicht nach Wiesbaden gefahren, wir mussten erstmal eine Nacht in der JVA Frankfurt bleiben.

Die JVA Frankfurt war wirklich übel. Man konnte da nicht schlafen. Da waren wirklich nur geistig Verwirrte. Die ganze Nacht wurde da rumgeschrien, solange bis die "normalen Beamten" nicht mehr weiterkamen und dann kamen die Höher-Rangigen Beamten (die normalen Wärter haben blaue Hemden an, meist mit 1 - 4 Sternen auf der Schulter, die "höheren" haben weißé Hemden mit mehr Sternen - einer hatte sogar ein paar "Orden", da kommt man sich vor wie bei der Bundeswehr, an den Sternen bzw. am Rang erkennt man auch die Befugnisse der Beamten genauso wie ihre Besoldung).

Ich war froh, als es am nächsten Morgen dann endlich nach Wiesbaden ging. Aber in Wiesbaden gab es gleich das nächste Problem: Das Gefängniss war überfüllt. Wir mussten Stunden lang warten bis ein paar Zellen frei wurden.

Irgendwann wurde ich dann in Haus U-1 verfrachtet. Es gab dort einige Häuser, jedes hatte 4 Sektoren, 2 oben, 2 unten.

Um sich das Bildlich vorstellen zu können: Jedes Gelände stellte mehr oder weniger ein eigenes Gefängnis dar. Das Gelände U hatte 2 Häuser, U-1 und U-2. Zwischen den beiden Häusern ist dann der Hof, der nur für die beiden Häuser zugänglich ist. Umrundet wird das ganze erst mit einem etwas mikrigem Stahlzaun, dann kommt ein etwa 5 Meter hoher Maschendrahtzaun mit rießigem gebogenem Stacheldraht oben drauf + 4 weitere Stahldrähte die Elektronisch geladen sind, hinter diesem Zaun kommt noch eine etwas höhere Mauer, diese ist nochmal mit Stacheldraht eingewickelt (die Stacheln sind nebenbei bemerkt so lang und spitz: Würde man drauftreten, würden die Dinger oben aus dem Fuß wieder herausstehen) oben ist dann wieder ein extra Elektrozaun + Stacheldraht. Auf das Gelände kommt nur durch eine rießige Stahltür. Diese benötigt einen Schlüssel + Geheimcode, sonst öffnet sie sich nicht.

In meinem Sektor waren die Leute eigentlich alle ziemlich nett, da gabs sehr selten Ärger. Trotzdem hab ich mich in den Freistunden mehr mit den Wärtern unterhalten als mit den Mitgefangenen. Ich konnte mit den Typen nichts anfangen, wenn ich mit denen versucht habe zu reden, wusste ich nichtmal ob die mich überhaupt verstanden haben... Die Gefangenen haben das gar nicht gerne gesehen, dass ich permanent bei den Wärtern rumgesessen habe. Mir war das aber ehrlich gesagt egal - ich wollte ja eh nichts mit denen zu tun haben.
Die Wärter haben mir aber viele witzige Geschichten über meine Mitgefangenen erzählt. Das breit ich hier nun aber nicht aus, das würde wirklich zu viel werden.

In der JVA Wiesbaden bekam ich dann übrigens Tabak vom Pfarrer geschenkt (ja, da gibts n Pfarrer, der quatscht jeden neuen erstmal ne Runde voll.) Man kann außerdem jederzeit verlangen, dass man mit ihm sprechen will, einen Grund muss man dafür nicht angeben. Entweder wird man dann hingebracht oder er kommt zu einem in die Zelle. Außerdem verteilt der gute Mann so nützliche Sachen wie: Feuerzeuge, Tabak (beides allerdings begrenz pro Häftling), Kondome (warum er die verteilt, das frag ich mich heute auch noch, schließlich ist Sex unter den Häftlingen verboten. Außerdem soll es angeblich Probleme bringen, wenn jemand schwul ist. Soll ich euch dazu die Wahrheit sagen? Vergewaltigungen gibts da nicht, ist mir jedenfalls nie zu Ohren gekommen. Die Typen verabreden sich da über das Fenster für ihre Spielchen. Kann man allerdings verstehen: Manche von denen sitzen da Tatsächlich wegen Mord und dergleichen, oft Jahrelang).

Kommen wir langsam zum Ende.

Die Rückfahrt von Wiesbaden nach Kassel: Ich wurde diesmal alleine zurückgefahren. Meine Sachen sollte ich einfach in der Zelle lassen - ich würde ja eh bald wiederkommen, sagte man mir. Umso besser für mich gewesen, ich musste mein Geschirr nicht nochmal extra abwaschen, das musste dann wohl irgendein anderer Depp machen *g*
Für die Rückfahrt wurden mir diesmal sogar Fußschellen angelegt (die kennt man vielleicht aus dem Fernsehen). Normales Gehen ist damit die Hölle, Laufen ist unmöglich. Nicht weil die Dinger so eng sind, nein. Man kann damit große Schritte machen, aber: Es sind in diesen Dingern kleine Stahlhaken, umso größere Schritte man macht, umso doller hauen diese Haken in die Knöchel, der selbe Effekt ist auch da, wenn man schnelle Schritte macht. Man muss also sehr kleine und langsame Schritte machen. Und selbst dann tut es noch höllisch weh. Meine Knöchel waren, trotz Hose und Socken, am Abend immernoch rot, es hatte sogar ein wenig geblutet.
Zurückgefahren wurde ich diesmal in einem kleinem PKW, begleitet von 2 Beamten. Die Fahrt hat ewig gedauert. Als ich in der JVA-Wehlheiden (wieder in Kassel) war, bekam ich wenigstens noch Abendessen (da hab ich mich echt drauf gefreut. In Wiesbaden sind die Portionen nämlich mikrig, ich hatte echt Magenschmerzen, weil es zu wenig war, in Kassel gabs rießige Portionen *g*). Danach hab ich mir einen Roman durchgelesen. Der war wirklich spannend, er hieß "Die Löwen" ich saß bis 2 Uhr Nachts dran. Das Ding hab ich also in insgesamt 5 Stunden durchgelesen, ich kann es nur empfehlen.

Am nächsten Morgen bekam ich dann noch ein belegtes Brot mit auf den Weg und wurde wieder zum Gericht gefahren. Ende.

Warum ich überhaupt Festgenommen wurde? Ich bin zu einem Gerichtstermin nicht erschienen. Der Vorwurf lautete: Wirtschaftsbetrug. Ich wurde bei Gericht freigesprochen und entlassen. Hab dazu sogar eine (geringe) finanzielle Entschädigung erhalten (10€ pro Tag den ich im Gefängniss verbringen musste).

Wie gesagt, mir war gerade langweilig, ich kann nicht schlafen und mir fiel nicht ein was ich sonst machen sollte. :-D
Das ganze ist jetzt übrigens eine Ewigkeit her. Meinen damaligen Anwalt hab ich übrigens auch seither nicht mehr. Der kam mir eher vor, als wollte er unbedingt, dass ich sitze - der Staatsanwalt und der Richter haben ganz alleine bewiesen das ich nichts gemacht habe. Da hätt ich mir auch n Affen als Anwalt nehmen können. :-D

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2148969 - 26.12.2010, 07:46:42
GoLdHaSi 23
Nicht registriert


Hallo =)
Danke das Du uns einen Einblick in dein Leben gewährt hast.Hast wirklich sehr gut geschrieben und erklärt.Ich war selbst schon im Gefängnis für 6 Monate,erst in der Untersuchungshaftanstalt und dann in einem Strafvollzug.
Ich kann das so wie Du es beschrieben hast nur bestätigen,meist muss man mehr Angst vor den Beamten haben als vor jeglichen Mitgefangenen.
Kleine Abweichúngen gibt es, Frauen werden milder angefasst und behandelt als Männer,sie bekommen deutlich mehr Angebote in die Kirche zu gehen,Sport zu machen oder zu Duschen.Liegt daran das man davon ausgeht das Frauen einfach nicht so hart in nehmen sind wie Männer.Die Pfarrer vergeben in jedem Gefängnis Tabak an Neuankömmlinge da diese ja noch nichts haben,was ich sehr nett finde.
Zu dem Thema mit den Schuhen vor der Zellentür,das liegt daran das Du dich ja mit den Schürsenkeln erwürgen könntest oder etwas in den Sohlen hast was verboten ist.Meist werden die Schue gründlich kontrolliert wenn man in der Zelle sitzt und dies nicht mitbekommt.

Gruss Vani

Ps.Kann es sein das Du vielleicht vor der Verhaftung öfter den Wohnort gewechselt hast,so das das Gericht davon ausgehen musste das Du wieder umziehst?


Bearbeitet von GoLdHaSi 23 (26.12.2010, 07:51:35)

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2149120 - 26.12.2010, 15:16:09
Gismo the first
Nicht registriert


Ja, ich hatte irgendwann mal angefangen das zu schreiben und als ich heut nich schlafen konnte hab ich mein Computer etwas aufgeräumt und die Datei wieder gefunden und zueende geschrieben. (es war mir zuviel Text, wenns keiner lesen soll)

Zitat:
Kleine Abweichúngen gibt es, Frauen werden milder angefasst und behandelt als Männer,sie bekommen deutlich mehr Angebote in die Kirche zu gehen,Sport zu machen oder zu Duschen.


Zum duschen und so muss ich noch was sagen. Das scheint in jedem Gefängnis unterschiedlich zu sein.
In Kassel-Wehlheiden und Wiesbaden waren die Unterschiede so:

Kassel:
1x die Woche duschen
1 Freistunde am Tag
Dafür grooooße Portionen Essen :-D

Wiesbaden:
1x täglich duschen (in Wiesbaden durft ich das erste mal duschen, ich hab mich noch nie so aufs Duschen gefreut xD)
2 Freistunden pro Tag (1x auf dem Hof, dort konnte man dann Fußball spielen, Basketball, ... und einmal im Haus, da konnte man dann im Gemeinschaftsraum Fernsehen gucken, Poker spielen, etc.)
Sehr kleine Portionen Essen UND nur 2 Mahlzeiten am Tag statt 3

Und ein ganz gravierender Unterschied der mir aufgefallen ist: Jedes Gebäude hatte einen Psychologen oder sowas. Mit dem konnte man ebenfalls jederzeit sprechen. Meist ist er aber von sich aus zu einem gekommen und wollte reden.

Zitat:
Zu dem Thema mit den Schuhen vor der Zellentür,das liegt daran das Du dich ja mit den Schürsenkeln erwürgen könntest


Ja, aber: Ich war dort weil ich einen Gerichtstermin verpasst habe. Nicht weil ich 5 Menschen ermordet habe. Ich hab kein Grund für sowas gehabt.

Zitat:
Ps.Kann es sein das Du vielleicht vor der Verhaftung öfter den Wohnort gewechselt hast,so das das Gericht davon ausgehen musste das Du wieder umziehst?


Ich fahr Beruflich viel durchs Land und muss dann auch öfters mal (teilweise auch Wochen) in Hotels wohnen. Allerdings weiss man immer wo ich bin, dafür müsste man nur bei meiner Firma nachfragen und schon weiss man wo ich mich gerade Aufhalte.

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2149150 - 26.12.2010, 15:59:16
chrixix

Registriert: 25.10.2005
Beiträge: 12.620
Und wieso haben sie dich ins Gefängnis gesperrt, statt dir einfach eine Bußgeldstrafe aufzulegen? Steht der Kram nun auch in deiner Akte oder so?


PS: Das Ausbrechen aus dem Gefängnis ist doch gar nicht verboten, wieso sollten sie dich dann erschießen? Finde ich ein wenig gemein von denen. :-D

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: chrixix] - #2149205 - 26.12.2010, 17:49:44
x Swinq <> Swinq x
Nicht registriert


Da ist ne JVA ja das reinste Paradies im Vergleich zur JAA. :-D

Ich war in der JAA nur einmal duschen, danach nie wieder! Die Kerle da waren mir zu pervers. Hab mir mein Duschzeugs dann immer auf mein Zimmer 'erpresst'. :-D

Ohja, mir wurde auch Suizid nachgesagt, von meiner Jugendgerichtshilfe. Dank ihr hatte ich ein Einzelzimmer mit nem riiiiiiesigem Loch / Fenster in der Tür. Mein Klo war direkt vor der Tür (kein separater Raum) und jeder konnte mir beim Geschäft zugucken. :-D

Aber toll geschrieben. *thumbs up*


Bearbeitet von x Swinq <> Swinq x (26.12.2010, 17:51:07)

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2149216 - 26.12.2010, 18:16:37
Unperfect - Perfect

Registriert: 20.12.2009
Beiträge: 1.356
Wow, Kassel ist hier in der Nähe aber diese ganzen Transporte sind irgendwie doch unnötig gewesen bei dir. :-D
Finde diese 3 Dinge du du unterschreiben solltest irgendwie hammer.
"1. Wenn ich ein geregeltes Einkommen habe wird mir pro Hafttag 75€ berechnet.
2. Ob man Auskunft darüber geben dürfte dass ich dort in Haft bin, sofern jemand anruft und danach fragt.
3. Das man mich erschießen darf wenn ich einen Ausbruchsversuch starte oder sonst irgendwelche Dummheiten versuche."

Nummer 3.. klar ist es doof, wenn du einen Ausbruch startest aber jeder normale Mensch braucht seine Freiheit..

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: Unperfect - Perfect] - #2149272 - 26.12.2010, 20:48:26
Gismo the first
Nicht registriert


Zitat:
Und wieso haben sie dich ins Gefängnis gesperrt, statt dir einfach eine Bußgeldstrafe aufzulegen?


Schrieb ich doch: Gerichtstermin verpasst. Und die Haft wurde bis zum nächsten Gerichtstermin veranlasst, weil man angeblich nicht so genau wisse wo ich wohne.

Zitat:
Das Ausbrechen aus dem Gefängnis ist doch gar nicht verboten, wieso sollten sie dich dann erschießen?


Das stmmt sogar. Theoretisch hat es ja aber einen Sinn, warum da soviele Gitter und solches sind. :-D

Zitat:
Da ist ne JVA ja das reinste Paradies im Vergleich zur JAA.


Soweit ich weiss ist eine JAA lediglich eine Jugendarrestanstalt, wo eigentlich nur Kinder einsitzen, die zum ersten mal Straffällig geworden sind. Das soll eine erzieherische Maßnahme sein.

Zitat:
Dank ihr hatte ich ein Einzelzimmer mit nem riiiiiiesigem Loch / Fenster in der Tür.


Von einem Fenster hab ich nie was gesehen in der Tür, aber jede Tür hat einen Spion durch den man von auißen in das Zimmer sehen konnte.

Was die Toiletten angeht: Das ist eigentlich vollkommen normal in den Einzelzellen, in den Mehrpersonen-Zellen ist das Klo meist durch ne Kunsstoffwand vom Rest getrennt.

Zitat:
aber diese ganzen Transporte sind irgendwie doch unnötig gewesen bei dir.


Das waren sie definitiv. Mein Gerichtstermin war 2 1/2 Wochen nach der Inhaftierung. Insgesamt war ich knapp 7 Tage davon in Kassel Da hätte ich die anderen 10 auch in Kassel bleiben können. Aber man soll ja das Positive sehen: Ich habe die Gefängnisse Hessens gesehen. :-D

Zitat:
Nummer 3.. klar ist es doof, wenn du einen Ausbruch startest aber jeder normale Mensch braucht seine Freiheit..


Das hab ich nur in Kassel bekommen (man musste in jedem Gefängnis nochmal den selben Wisch ausfüllen, aber in sonst keinem stand diese Klausel dabei). Und das ist so, so wurde mir berichtet, weil es in diesem Gefängnis wohl eine hohe Ausbruchsrate gibt bzw. eher Versuche auszubrechen. Einen hab ich sogar miterleben können, in meiner letzten Nacht (als ich das Buch las) da gingen dann die Sirenen an und plötzlich war der ganze Hof beleuchtet. Viel gesehen davon hab ich aber nicht, eigentlich nur gehört wir laufend Wärter durch die Flure gehuscht sind.

Alles in allem: ich fands recht witzig. Allerdings konnte ich mich da wohl auch nur amüsieren, weil ich da ja wusste ich komm da schnell wieder raus. :-D
Was ich allerdings nicht meinem Anwalt zu verdanken habe, sondern lediglich, dass ich selber beweisen konnte, dass ich nichts tat, meine Beweise waren nur nicht eindeutig genug, den Rest hat der Staatsanwalt für mich erledigt (den hätt ich vielleicht engagieren sollen). Meinem Anwalt hab ich übrigens gleich nach der Verhandlung gesagt, dass ich mir einen anderen Anwalt suchen werde für die Zukunft.

Das schlimmste an der Geschichte hatte ich nicht erwähnt: In der JVA Kassel hatte ich echt Angst. :-D
Ich war auf, mangels Zellen, im Hochsicherheitsbereich eingesperrt - da wo die Mörder, Vergewaltiger, ... saßen. Das hat mir mein neuer Zimmernachbar erzählt (der da glücklicherweise auch nur auf seinen Transport warten musste). In der Freizeit hatte ich echt Schiss. :-D

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2149361 - 27.12.2010, 00:33:51
x Swinq <> Swinq x
Nicht registriert


Antwort auf: Gismo the first
Zitat:
Da ist ne JVA ja das reinste Paradies im Vergleich zur JAA.


Soweit ich weiss ist eine JAA lediglich eine Jugendarrestanstalt, wo eigentlich nur Kinder einsitzen, die zum ersten mal Straffällig geworden sind. Das soll eine erzieherische Maßnahme sein.


Jain. Ich war mit 17 noch der jüngste. Der älteste war (zumindest den ich dort auf dem Hof kennen lernte) 24. In eine JAA kannst Du auch ein paar Monate einsitzen. Laut Wärter war das Maximum 4 Monate. (Laut Google hingegen 4 Wochen, wie auch immer :-D )

Antwort auf: Gismo the first
Was die Toiletten angeht: Das ist eigentlich vollkommen normal in den Einzelzellen, in den Mehrpersonen-Zellen ist das Klo meist durch ne Kunsstoffwand vom Rest getrennt.


Ein Freund (dort kennengelernt) hatte selbst auch ein Einzelzimmer und hatte ein separates Klo.

Der Türspion war in jeder Tür, nur nicht in der meinen. Ich hätte ja mit dem Kopf gegen die Wand rennen können, oder so. Wie auch immer.

-

Mich quält eine Frage noch bis heute. Ich bin starker Raucher, hatte während meines Aufenthalts allerdings nicht einmal Entzugserscheinungen. Als ich aber gerade eine Minute draußen war, bin ich fast gestorben weil ich Schmacht hatte. Wieso? Filtern die dort Ihre Luft mit Nikotin? :-D


Bearbeitet von x Swinq <> Swinq x (27.12.2010, 00:34:56)

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2151794 - 31.12.2010, 03:51:01
Gismo the first
Nicht registriert


Zitat:
Als ich aber gerade eine Minute draußen war, bin ich fast gestorben weil ich Schmacht hatte. Wieso?


Ich nehme an, dass ist einfach sone Sache der Psyche. Ich rauch ja auch, aber wenn ich mal nicht rauchen konnte (z.B von Sonntag auf Montag früh, als ich gerade festgenommen wurde) hab ich auch nicht dran gedacht zu rauchen.
Ich würd sagen: Man hat da einfach ganz andere Gedanken, als sowas - es sei denn, vielleicht, man ist Kettenraucher.
Wenn ich die Gelegenheit zum Rauchen hatte, hab ich die genutzt. Aber wenn ich nicht mehr rauchen konnte, hat es mich auch nicht gestört. Bis auf die letzten 2 Stunden im Gerichtsgewahrsam, bevor ich freigesprochen wurde, da hätte ich für ne Zigarette töten können! :-D
Aber keiner von den Beamten im Gericht hatte Mitleid mit mir. Ich hab mich dann versucht abzulenken, in dem ich die ganzen Sprüche auf den Wänden gelesen habe. (Ich hab, nebenbei bemerkt, noch nie soviel Scheiße gelesen, wirklich xD)

Und zur Strafe, dass ich nicht rauchen konnte dort, hab ich die Beamten terrorisiert. Ich hab sicher alle 5 Minuten auf den Knopf gedrückt und gefragt, wann ich endlich hochgebracht werde.

Was ich auch noch erzählen musste, fiel mir grad wieder ein: Ich wurde auf den Transporten behandelt als wär ich n Massenmörder oder sowas. Aber im Gerichtsgewahrsam, hätte ich nur einen alten Mann zur Seite schubsen müssen und hätte freie Bahn gehabt, wobei das nicht zwingend war: Es gab nämlich mehrere Wege und ich musste alleine runter gehen. Ich hätte jederzeit irgendwo abbiegen können und wär weggewesen - hätt ja keiner gemerkt, insbesondere weil ich meine eigenen Sachen anhatte, bis die ne Beschreibung von mir durchgegeben haben wär ich schon am Bahnhof gewesen. :-D

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2151872 - 31.12.2010, 12:19:15
Tidus90
Nicht registriert


Antwort auf: Gismo the first


Zitat:
Das Ausbrechen aus dem Gefängnis ist doch gar nicht verboten, wieso sollten sie dich dann erschießen?


Das stmmt sogar.


Ist es nicht? Was macht's für'n Sinn irgendwo eingesperrt zu sein, wenn man reintheoretisch einfach so ausbrechen dürfte? Dann dürften die mich ja wohl auch kaum dort einsperren, wenn ich nicht dort sein muss.. Das verwirrt mich jetzt echt.

(Übrigens interessant, wer schon alles im Gefängnis, o.Ä. war.)

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2151898 - 31.12.2010, 13:08:51
GoLdHaSi 23
Nicht registriert


Man wird in dem Sinne schon bestraft wenn man ausgebrochen ist und wieder geschnappt und zurückgebracht wird.Aber intern im Gefängnis sprich man bekommt Ausgänge und Einkäufe gestrichen und landet im Bunker.Aber eine Strafe im Sinne von einer längeren Haftstrafe gibt es nicht da der Freiheitsdrang nicht bestraft werden darf.Wenn man etwas zerstört oder eine Person verletzt kann man deswegen belangt werden aber nicht alleine wegen dem Ausbruch an sich.Und man darf nicht ausbrechen es ist nur nicht strafbar,das ist ein Unterschied.

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2151904 - 31.12.2010, 13:13:50
Tidus90
Nicht registriert


Antwort auf: GoLdHaSi 23
Und man darf nicht ausbrechen es ist nur nicht strafbar,das ist ein Unterschied.


Also ist es ja (logischerweise?!) doch verboten, nur halt nicht strafbar (in Form von Freiheitsstrafe...).
Bei Klausuren betrügen ist ja auch verboten nur nicht strafbar...

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2151913 - 31.12.2010, 13:20:39
GoLdHaSi 23
Nicht registriert


Da hast Du Recht der Ausbruch/versuch ist verboten aber nicht strafbar.



Und zum Thema Zellenwände/Türen in Gerichten,man man was ich da alles so zu lesen bekommen habe,da könnte man ein Buch von schreiben. :-)

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2151984 - 31.12.2010, 15:12:16
chrixix

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Beiträge: 12.620
Was ist, wenn ich noch zwei Jahre abzusitzen habe, fliehe und mich zwei Jahre verstecke? Muss ich die fehlende Zeit absitzen, oder war es das Versäumnis des Gefängnisses, dass sie mich laufen lassen haben und ich wäre somit frei? :-D

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: chrixix] - #2151994 - 31.12.2010, 15:26:59
JagAdministrator
​Knuddelsteam
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Registriert: 08.04.2003
Beiträge: 14.771
Du musst die Zeit, die du während deiner Flucht hattest nicht nachholen - das ist dann Pech des Staates.

Zum Text - interessant so etwas mal von einem zu lesen.
Wie schnell sich der Alltag doch ändern kann :-O

Jag

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: chrixix] - #2152006 - 31.12.2010, 15:42:14
Gismo the first
Nicht registriert


Zitat:
Was ist, wenn ich noch zwei Jahre abzusitzen habe, fliehe und mich zwei Jahre verstecke?


Kannst Du Dich 2 Jahre verstecken? Es gab ja schon einige, die ausgebrochen sind und sich versteckt haben. Meist haben die sich nach ein paar Wochen/Monaten selbst gestellt, wenn sie nicht gefunden wurden.
Denn: Du hast keine Papiere, kein Geld, keine Wohnung, ... Man könnte zwar bei Freunden unterkommen aber, da würde man sicher sofort suchen, also it die Gefahr gefunden zu werden dort zu hoch.
Wenn Du also nicht gerade für die Mafia arbeitest, hast Du kaum eine Chance, entweder weil das Leben auf der Flucht beschissener ist als im Knast oder weil Du gefunden werden würdest.

Zitat:
Muss ich die fehlende Zeit absitzen, oder war es das Versäumnis des Gefängnisses, dass sie mich laufen lassen haben und ich wäre somit frei?


Du musst sie nachholen. Das nennt man dann Haftunterbrechung. Denn die Strafe heißt ja z.B:

"5 Jahre Freiheitsstrafe" und nicht "Freiheitsstrafe vom xx.xx.xxxx bis zum xx.xx.xxxx"

Das ist genauso wie bei der Verjährungsfrist, auch die kann unterbrochen werden, z.B wenn Du Dich außerhalb Deutschlands aufhältst. Solange Du nicht in Deutschland bist, solange wird die Zeit der Verjährung angehalten.

Zitat:
Ist es nicht?


Doch ist es. Der Ausbruch selbst ist nicht strafbar. ABER, alles andere was Du währenddessen machst, kann weitere Haftzeit bedeuten, z.B Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung, ...

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Re: Ein Erlebniss aus der Vergangenheit [Re: ] - #2152056 - 31.12.2010, 17:47:28
GoLdHaSi 23
Nicht registriert


Ist korrekt was Gismo schreibt,man muss die Zeit die man auf Flucht verbracht hat,nachholen.Meine Meinung ist aber das sich eine Flucht nicht lohnen würde da es einfach zu kompliziert ist sich zu versorgen,nicht erwischt zu werden etc.Dann lieber die Strafe absitzen und sich damit arangieren,der Mensch ist ein Gewonheitstier und so schlimm ist es dort nicht das man es gar nicht aushalten kann.Soll keine Verharmlosung sein,das Gefängnis ist wirklich kein Ort an dem man gerne seine Zeit verbringt,aber die Schauermärchen stimmen meist schlichtweg einfach nicht.Klar gibt es auch dort manchmal Gruppierungen denen man besser aus dem Weg geht aber wirklich Angst muss man dort nicht haben wenn man sich an die Regeln hält.

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