Zitat:
Dein Denkfehler ist folgender: Du sagst, dass Gott als allliebender Gott auch Krieg und Leid lieben müsste. Das würde bedeuten, dass ihm alles egal ist, weil er zwischen den Dingen keinen Unterschied mehr macht, schließlich liebt er alles. Aber: Gott liebt Wesen, nicht Situationen. Und Krieg und Leid haben ihren Ursprung beim Menschen, sie resultieren aus seinem freien Willen und nicht, weil Gott sie so gewollt hat. Aber was würde das für ein unkonsequenter Gott sein, der den Menschen freien Willen lässt, aber ihn sofort zunichte macht, indem er die Auswirkungen dieser freiheitlichen Entscheidungen sofort umdreht?

Woher nimmst du das 'Wissen', dass der Mensch über einen freien Willen verfügt? Dem Christentum nach bildet Gott den Schöpfer, der, der den seienden Dingen die Existenz bereitet hat. Folglich erschuf er ebenfalls die Natur. Wie J. Locke bereits feststellte, "schafft die Natur niemals hohe Dinge zu geringem oder gar keinem Zweck." (Zitat)
Dies ist meiner Meinung nach eine Folgerung, welche sich durch den Empirismus problemlos beweisen lässt. Da der Mensch einen Teil der Natur bildet, bzw. sich als ein solcher versteht, müsste er folglich einen Zweck, einen Sinn genießen. Da die Natur, wie oben bereits erwähnt, ein Erschaffnis Gottes sein müsste, ist der Mensch auch ein Erschaffnis Gottes. Sollte Gott die Natur erschaffen haben, so müsste er den Zweck, der aus der Natur entstehenden Objekten/Subjekten kennen, da er sie eben erschaffen hat & die Natur nichts Höheres hervorbringt, der Mensch ist meines Erachtens etwas "Höheres", was kein Ziel verfolgt bzw. keinen Zweck genießt. Dementsprechend müsste über dem Menschen eine "Wahrheit" schweben, ein für das menschliche Wesen nicht erkennbaren Zweck, einen Sinn, der für uns nicht wirklich zu sein scheint, jedoch vorhanden sein muss. Und Gott müsste folglich diese Wahrheit, dieses Ziel kennen. Da alles in der Natur einen Zweck hat, kann nur Gott jenen verwirklichen. Das heißt, dass Gott dem Mensch ein Ziel gesetzt haben muss, einen Sinn, da der Mensch etwas Höheres ist, und die Natur nichts Höheres erzeugt, und die Natur ihrerseits ist ein Erzeugnis Gottes wäre, welches sinn -bzw. zwecklos wäre. Jenen Zweck kann der Mensch jedoch nicht durch den freien Willen hindurch verwirklichen. Da aber alles naturell erzeugte einen Sinn ergibt, muss auch der Mensch einen Sinn haben, den dementsprechend nur Gott verwirklichen kann, da wir jenes Ziel nicht kennen können. Das heißt, der Mensch könnte, wenn Gott existent wäre, über keinen freien Willen verfügen, da er einen Zweck genießt, ein Ziel zu erfüllen hat, wie jedes Höhere durch die Natur & dadurch durch Gott erschaffene. Das heißt, da Gott allwissend wäre, und der Mensch meiner Schlussfolgerung nach über keinen freien Willen, wenn Gott existent wäre, verfügen kann, müsste jener Gott wissen, dass der Mensch Krieg, Not, Leid, etc. erzeugen würde, und könnte dies meiner Theorie nach aufhalten, bzw. müsste es aufhalten, da Zerstörung nicht den Sinn eines höheren Subjektes bilden kann. Das heißt, Gott wäre gezwungen, um den Sinn des Menschen erfüllen zu können, den er ihm ja selbst gegeben haben muss, da die Natur ein Erzeugnis seinerseits wäre, den Menschen in die richtige & für Gott akzeptable Richtung zu lenken. Da jedoch Krieg, Gewalt, etc. existieren, kann Gott nicht existieren, da der Mensch keinen Sinn zu haben scheint.

Logisch? :-D Zumindest in meinem Kopf ergab das Ganze Sinn, wobei ich nicht weiß, ob ich dies auch korrekt & unmissverständlich ausdrücken konnte. ;-)