Als Töten bezeichne ich ein Leben gewaltsam zu beenden.
Was ist bitte Dein persönlicher Beitrag für die Gesellschaft, damit sie nicht so bestialisch ist?
Fragst DU in Deinem Umfeld nach..
Gehst DU dazwischen, wenn Du siehst, wie jemand gemobbt wird?
Setzt DU Dich für den Schwächeren ein?
Zum Thema Töten:
Dann siehst Du das ganz meiner Meinung nach zu blauäugig, wenn Du sagst Töten ist gewaltsam. Ich denke den Angehörigen von den Opfern ist es egal, ob der Mensch ermordet wurde oder Suizid begangen hat. Und die Ursache eines Suizids liegt nun mal derzeit in unserer Gesellschaft.
Zum Thema Mobbing und Mensch sein:
Ich begegne Menschen mit Respekt und das seit dem ich denken kann und aus dem Kleinkindalter raus bin. Ich gehe seit etlichen Jahren Blutspenden, bin in der DKMS registriert und engagiere mich zeitweise in einem Ehrenamt in einer Einrichtung wo geistig behinderte Menschen leben. Wenn ich sehe, dass jemand gemobbt wird, dann gehe ich dazwischen. Ich mache auch meinen Mund auf, wenn 15jährige Kiddies in der Öffentlichkeit rauchen.
Das was hier nur zum Kotzen ist, ist einfach nur dieses Experten- und Gutmenschgehabe, was einige Menschen entwickeln, wenn gerade mal 16 Menschen gestorben sind. In zwei Wochen redet niemand mehr darüber und die ach so trauernden Menschen, werden in Ihrem alten Trott verfallen. Genauso war es nach Erfurt auch...
Ganz ehrlich, wenn es Psychater nicht sehen und nicht eingreifen oder die Alarmglocken schlagen kann, wie bitte sollen dann Laien das sehen?
Meiner unqualifizerten Meinung nach gehören Waffen einfach nicht in Privathaushalte, dass ist meine ganz persönliche Meinung!!!!
Erst Recht nicht, wenn mein Kind in Psychologischer Behandlung wegen Depressionen ist. Und erst recht lasse ich dann keine Waffe liegen.
Der gute Tim war in psychatrischer Behandlung, selbst der Psychater konnte von Ihm keine Gefährdung für Ihn oder andere feststellen. Wie sollte es dann sein Vater??
Wenn Waffen nicht in Privathaushalte bei unserem geltenden Waffengesetz gehören, wo dann hin?
Klar kann ich auch mit anderen Mitteln töten.. wir reden hier aber über den Amoklauf von Winnenden..
Und nochmals.. weder mit Messer noch mit Fäusten wäre er in der Lage gewesen in so kurzer Zeit 16 Menschen zu töten!!!
Fang jetzt nicht an mit anderen Waffen und Bomben.. er hat die Schusswaffe seines Vaters benutzt.. und nichts anderes.
Klar reden wir über den Amoklauf von Winnenden. Hätte er keine Waffe "gefunden", dann hätte er sich diese woanders her besorgt. Siehe Robert S. aus Erfurt, der hat sich diese auch sagen wir mal halboffiziell besorgt...
Und ich bin zum ersten mal mit unseren Innenminister einer Meinung: Das Waffengesetz in Deutschland ist hart genug (Übrigens wer sich informiert weiß das). Wenn wir solche Amokläufe auf Grund von Waffen fest machen, dann müssten wir weltweit alle Waffen einstampfen.
Dann sollte es auch Überprüfungen geben, ob sich die Waffenbesitzer auch an die Gesetze halten, was nützt ein hartes Waffengesetz, wenn es nicht ernsthaft überprüft wird (so sind das für mich nur Worte auf Papier).
Wenn Du Dich informiert hättest, dann wüsstest Du, was das für ein Verwaltungsakt ist, die Genehmigung zu erhalten um Waffen bei sich auf zu bewahren bzw. eine WBK zu erhalten.
Hättest Du Dich auch informiert dann wüsstest Du auch, wie all um greifend das Waffengesetz ist. Wenn ein Waffeneigentümer, auch wenn die Waffe zuhause in seinem Schrank verschlossen ist, angetrunken als Autofahrer erwischt wird, dann sind die Waffen ebenfalls weg, weil er bewiesen hat, dass er keine charakterliche Eignung zum Halten von Waffen hat.
Erzähl doch mal, wozu sind Waffen da? Zum Töten..
Von mir aus Superlösung alle Waffen einzustampfen.. hab ich unqualifizierterweise nichts dagegen.
Falsch...wenn Du Dich darüber auch mal informiert hättest, dann wüsstest Du, dass Waffen nicht nur zum Töten gedacht sind.
Die einzigen Personengruppen, die gezielt töten, dass sind einerseits Jäger (die Tiere töten) und andererseits Spezialkräfte (sei es KSK oder GSG9) und die haben zumeist einen trifftigen Grund dazu. (siehe Geiseldramen)
Die andere Personengruppe, nämlich Polizisten, Soldaten etc. dessen Aufgabe im Umgang einer Schusswaffe ist nicht das töten, sondern das Hindern eines Gegners. Und wenn Du eine Waffenausbildung bei einer von beiden Institutionen genossen hättest, dann würdest Du wissen, dass ein Soldat / Polizist lediglich auf die Beine oder Arme schiessen darf, sprich weder in den Kopf, Rücken, Bauch etc.
Und nun die letzte Personengruppe:
Sportler. Sportler schiessen nicht um zu töten, sondern um sich in einem Wettbewerb zu vergleichen. Sie schiessen weder auf Menschen oder Tiere. Sie schießen noch nicht mal auf Zielscheiben, die einen menschlichen Torso haben, sondern sie schießen auf Ringe, etc.
Man kann nicht Alles auf die Gesellschaft reduzieren, es gibt viele die sich kümmern, die aufmerksam sind, die es auch melden, die sich Zeit nehmen für andere.
Denn die Gesellschaft hat nichts damit zu tun , dass ein Einzelner seine Waffe samt über 200 Schuss Munition rumliegen lässt.
Wir wissen doch ausser den Gerüchten gar nicht, welche Gründe der Täter hatte. Und auch die Mobbing Gerüchte wurden schon wieder zurückgenommen.
Warum nahm er die Waffe und begann zu töten?
Weil die Gesellschaft nicht gesehen hat, dass er keine Hemmschwelle besitzt?
Warum mussten so viel Menschen sterben?
Nee nee du machst es Dir zu leicht es auf die Gesellschaft zurückzuführen.
Guck Dir doch mal die Gesellschaft an. Wieviele arbeitslose Jugendliche gibt es denn? Wieviele Menschen ohne Perspektive? Was machen denn die meisten Kinder, wenn sie 14:00 Uhr nach Hause kommen?
Diese Gesellschaft, in der wir leben, ist meiner Meinung nach kinderfremd geworden. Früher hat man den Kindern eine Beschäftigung gegeben, hat sie nachmittags betreut, so daß sie sich zu einem humanen Dasein entwickeln und keine Schei... bauen.
Und jetzt machen wir uns nichts vor, wie diese Gesellschaft ist. Sie lebt von den sogenannten drei Affen....nichts sehen, nichts hören, nichts sagen....aber die Politik macht es uns vor. Wenn ich sehe, wie die Politik und die Gesellschaft auf Greueltaten in Afrika reagieren, wo täglich Menschen mit Macheten nicht nur getötet werden, sondern regelrecht hingerichtet werden, und niemand eingreift oder ein Motiv erklären kann. Und ich sehe dazu den Vergleich mit Winnenden, wo ein durchgeknallter Mensch aus Gründen, die wir alle nicht wissen, 16 Menschen umbringt und aus Verzweiflung sich danach selbst hinrichtet, dann frage ich mich, warum interessiert jetzt ein Motiv. Warum geht denn jetzt ein Ruck durch diese Gesellschaft, warum kommt jetzt ein Aufschrei? Sind es andere Menschen nicht wert? Oder interessiert es nach wie vor niemanden? (da haben wir wieder die drei Affen)
Zum Abschluss der Diskussion:
Ich denke, dass es nichts bringt, wenn wir hier weiter diskutieren. Ich erkenne ganz einfach, dass hier schreibende Menschen viele Defizite haben um Hintergründe zu erfassen und auch darüber nach zu denken. Die Medienberichtserstattung tut ihr übriges dazu, weil sie nicht qualifiziert ist, sondern lediglich eine polemische Diskussion anheizt.
Wir sollten uns klar machen, dass andere Waffengesetze auch so eine Greueltat nicht verhindern hätte können.
Und zudem sollten sich viele Menschen und gerade Eure Generation Gedanken machen, was es heißt Respekt vor Menschen und Respekt vor Leben zu haben. Und das Worte durchaus verletzender sein können, als irgendein Schuss aus einer Waffe.
In dem Sinne...
MfG
Edit: Zitat korrigiert für korrekte Darstellung