Zitat:
Soweit ich weiß, hat sich Hitler nicht mit Jesus verglichen und wollte auch keine Religion neugründen.

Abgesehen davon, dass der Nationalsozialismus/"Hitlerismus" eindeutig quasi-religiöse Züge hat und sehr bewusst "neuheidnische" Weihfeste erfunden wurden, um christliche Rituale zu ersetzen, gibt es sehr wohl - wenngleich nur anekdotische - Hinweise darauf, dass sich Hitler in seiner Selbstwahrnehmung ganz konkret mit Jesus verglichen hat. Ich verweise einfach mal auf die Biographie von Joachim Fest, die m.M.n. sowieso für jeden, der sich auch nur irgendwie für das Thema interessiert, Pflichtlektüre sein sollte.

Dass er die Rolle des "arischen Messias" verkörpern wollte (und lange Zeit in den Augen zigtausender de facto verkörpert hat), steht für mich ohnehin außer Frage, da muss man sich nur mal die Selbstinszenierungen ansehen und die frenetischen Massen, die zu ihrem mit religiöser Inbrunst geliebten Führer aufschauen, inklusive in Ohnmacht fallender junger Frauen wie heutzutage bei Tokio-Hotel-Konzerten... Und gerade in der Zeit vor dem bzw. zu Anfang des Weltkrieges waren das mit Sicherheit keine angeheurten Claqueure, sondern Massen von Menschen, die echte Bewunderung und Hoffnung in ihr Idol setzten. Wozu brauchen sie noch einen unsichtbaren Gott im Himmel, wenn sie einen lebenden, sehr körperlich-konkreten "heiligen Erlöser" in Berlin bzw. am Obersalzberg sitzen haben?


Zitat:
Was ich damit sagen will ist, dass man bei einer Meinung nicht von "wahr" und "unwahr" sprechen kann. Es ist einfach eine Auffassung die einer oder eine Gruppe vertritt. Ob man darin nun etwas Gutes oder Schlechtes sieht, muss jeder selbst entscheiden.

Obwohl ich dieser Aussage von dir zustimme, würde ich gern wissen, was du dann mit diesem Satz hier im vorherigen Post gemeint hast:
Zitat:
Aber bei Jesus schien wohl was dran zu sein, sonst wären ihm nicht so viele gefolgt.

Was bedeutet "was dran sein", wenn es keine Aussage über den Wahrheitsgehalt der Meinung/Lehre Jesu darstellen soll?