Hallo allerseits,
dies soll jetzt kein Thread werden wie die meisten hier, sondern einfach ein Eindruck der sich im Laufe der letzten jahre in mir gefestigt hat, ganz gleich ob das nun positiv oder negativ zu werten ist.
Ich bin irgendwann in den letzten Wochen oder Monaten an einem Punkt angelangt, wo ich mir sage, das Liebe total überschätzt ist, man bekommt es ja fast überall vorgehalten, sei es nun in der Öffentlichkeit, im Freundeskreis, in den Medien, in der Freizeit oder auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens.
Was ist nun wirklich dieses ach so wundervolle, wenn ich z.b. auch dann immer wieder in meinem Freundeskreis zu hören bekomme, das wieder mal eine Beziehung zu Bruch ging und man hört dann auch immer wieder die gleichen Sätze - Warum, wieso, weshalb??
Immer die gleichen Fragen, worauf man doch die Antworten schon kennt, sie lediglich nicht bereit ist zu akzeptieren.
Ich meine wozu brauchen wir Liebe?
Liebe bekomme ich im Freundeskreis und von meiner Familie - Warum also das mit einem einzigen Menschen nur teilen? Warum etwas zwischenmenschliches aufbauen, was letztendlich leider manchmal doch kaputtgeht? Warum immer wieder Hoffnungen erwecken lassen und aufbauen, wenn es doch dann wieder weggeblasen wird wie ein kartenhaus im Wind?
Sicherlich werden die Leute sagen die glücklich in einer Beziehung sind, ja mein Partner gibt mir das Gefühl von Geborgenheit, mit dem kann ich reden oder mich auch nur mal fallen lassen.
Dem halte ich hier aber entgegen, das kann ich genauso gut bei meiner besten Freundin oder bei meinem besten Freund.
Sex? Das kanns auch nicht sein, das kann ich auch woanders bekommen und habe dann sogar Abwechslung?
Was also ist es nun was Liebe so stark ausmacht, das wir uns dafür manchmal zum kompletten Vollidioten machen, Freunde vernachlässigen, alles andere zweitrangig wird in unserem Leben, dieses Gefühl was uns emotional und körperlich so stark verändern lässt?
Ich meine vllt. liegt es insbesondere bei mir auch darin begründet das ich meine "große Liebe" vor ein paar Jahren schon hatte und vllt. nicht mehr so recht daran glauben mag, was zum einen sicherlich bedauerlich ist, aber andererseits bewahrt es mich auch vor neuerlichem Schmerz oder Kummer, denn Liebe ist ja nicht immer nur mit Friede, Freude, Jubel, Trubel, Heiterkeit verbunden sondern da gibt es eben auch immer die negativen Seiten - Eifersucht, Hass, Wut, Trauer, Kurzschlußreaktionen.
Wenn ich mir das nun gegenüberstelle in einer Pro/Contra-Auflistung, dann komme ich für mich zu dem Schluß das es zwar jede Menge schöne Dinge gibt, aber ich die negativen eben entweder fürchte oder mich nicht freiwillig dieser Gefahr aussetzen will, vllt. bin ich durch diese eine große Liebe von früher auch beziehungsunfähig geworden.
Ich merke es ja einfach das ich die Ansprüche an eine Beziehung so hoch geschraubt habe, das dies eigentlich keine Frau erfüllen kann, was ich der Person auch nicht mal übel nehmen würde.
Zuletzt noch möchte ich auf den Aspekt eingehen, das viele auch sagen, wenn man ein Kind bekommt das es Geborgenheit in der Familie braucht, bloss viele Menschen pflanzen sich heutzutage fort und ziehen das Kind dann auch allein auf.
Sicherlich mag es förderlich sein für die Entwicklung eines Kindes wenn es in einem gesunden, gesicherten Zuhause aufwächst, aber halte ich es doch grundsätzlich nicht für falsch zu sagen, das dies auch nur eine Person sein kann.
Wie gesagt was macht Liebe nun so besonders, das wir uns trotz aller guten Vorsätze immer wieder auf dieses Abenteuer einlassen würden, ohne auch nur im Ansatz über die möglichen Folgen und Konsequenzen nachzudenken?
D.
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You thought it was over, but it has just started again...
Life is such a game, not more, just show me how you play this game.
Welcome to this battle!