Antwort auf: Kev777
Das kann und darf der staat garnicht ausgleichen...das würde unweigerlich in einer hyperinflation enden.


Joa, bin kein Ökonom. Kürzlich gehört, dass Lohnerhöhungen aufgrund der Inflation natürlich zu mehr Kosten für Mitarbeiter führen, was dann zum Anstieg der Preise der jeweiligen Unternehmen führt. Klingt jedenfalls logisch, fällt also auch aus. 2% Inflation sollen wohl normal sein. So wie ich das verstanden habe sucht die EZB nach einer Lösung für diese Situation. Mal schauen, was kommen wird. Bei der aktuellen Bundesregierung dauert zumindest nicht alles so lange wie zu Zeiten der großen Koalition. Sondervermögen (egal ob nun dafür oder dagegen) ist jedenfalls eine sehr zügige Entscheidung gewesen und auch gleich eine gravierende. Stellt sich nur noch die Frage, ob die Ampel sowas auch besser umzusetzen weiß als die große Koalition (Stichwort Ausgaben für Berater). Das zuletzt beschlossene Hilfspaket fand ich jedenfalls recht mager.

Antwort auf: Kev777
Klingt jetzt auch nicht so sonderlich demokratisch parteien verbieten zu wollen die prorussisch sind.


Das sehe ich anders. Parteien/Vereine, die in Deutschland Gewalt zur Erreichung politischer Ziele befürworten, gelten bei uns ebenso als undemokratisch/extremistisch. Finde ich also legitim. Was mich eher wundert ist, dass a) in Deutschland pro-russische Demonstrationen genehmigt werden und b), dass diese Parteien in der Ukraine überhaupt bis Ende März oder noch länger akzeptiert wurden. Die einzige Meinung, die ich mit pro-russischen Menschen teile ist, dass ich gegen die Diskriminierung russischer Staatsbürger bin (siehe z. B. oben Weltkarateverband). Das bringt niemandem was und hinterlässt seitens des Westen auch keinen guten Eindruck, wenn wir die Russen in einen Topf werfen und ebenso mies behandeln.

Auch glaube ich nicht, dass es etwas bringt, den Leuten ihren Irrtum mit diversen Beweisen aufzuzeigen. Das hat man auch bei den Querdenkern versucht. Hat ja wunderbar funktioniert. Seit dem ich das Video mit Naidoos Sinneswandel gesehen habe glaube ich, dass die Leute einfach selber darauf kommen müssen, in was für eine realitätsferne Welt sie sich bewegen. Da reinzureden bestätigt die Leute nur noch. Habe einige Reportagen zu den pro-russischen Demonstrationen gesehen und immerzu versuchten die Reporter, sie auf die Kriegsverbrechen aufmerksam zu machen. Die Leute haben sofort abgewunken und gar nicht richtig zugehört. Das ist eher eine Glaubenssache. Die Leute wollen das gar nicht glauben, denn das würde für sie bedeuten, dass ihr Nationalstolz angegriffen wird und ihr Staatsoberhaupt tatsächlich so schlimm ist, wie man es den Berichten entnehmen kann. Erinnert mich ein bisschen an vergangene Jahrhunderte. Lange Zeit nahm man die Wissenschaft nicht für voll, weil man es einfach nicht glauben wollte und die Kirche etwas anderes sagte. Ich denke, sowas braucht einfach Zeit.

Aktuell verfolge ich etwas mehr die Entwicklungen in Finnland und Schweden. Wie es scheint entsteht da der nächste Herd. Putin versicherte Finnland zwar, dass Finnland keinesfalls bedroht sei, aber wer glaubt ihm nach seiner Invasion noch irgendwas? Er hat die ganze Welt angelogen, als er behauptete, dass die 150.000 Mann nur zur Übung an der ukrainischen Grenze seien und auch wieder abziehen. Auch sorgt man sich um die eigene Demokratie hinsichtlich möglicher Unterwanderungsversuche, wenn man die Ereignisse in den USA verfolgt. Einmal wird ein Rechtspopulist an die Spitze gesetzt und schon versinkt alles im Chaos. Man hat das Gefühl, dass die Demokratie zerbrechlich wie Glas ist. Aktuell wird zumindest jede Menge Geschichte geschrieben und ein Ereignis jagt das nächste.
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Wer sich in einer Diskussion auf seine Autorität beruft, gebraucht nicht den Verstand, sondern das Gedächtnis.
Leonardo da Vinci (1452-1519)