Interessante Argumentation. Auf einige Punkte möchte ich eingehen.

Antwort auf: abki
Wenn ich jetzt nicht ganz auf dem Holzweg bin, dann sind die Ziele, die man durch einen Weltkrieg anstrebt, überhaupt nicht relevant, da ich schon ausschließe, dass Putin das Erreichen solcher Ziele anstrebt.


Ich glaube auch nicht, dass ein dritter Weltkrieg der Plan oder Wunsch Putins ist. Ein kleiner versehentlicher Zwischenfall wie zur Zeit des Kalten Kriegs kann aber dazu führen, ob nun gewollt oder nicht. Und mit steigender Beteiligung anderer Staaten (z. B. in Form von Waffenlieferungen) steigt das Risiko für solche Zwischenfälle. Aus der Zeit des Kalten Kriegs ist ein Zwischenfall bekannt, in dem der Start einer Nuklearrakete fast schon sicher war. Nur das Mitdenken der Besatzung hat den Abschuss verhindert. Außerdem soll die Kommunikation zur Vermeidung dieser Zwischenfälle damals deutlich besser gewesen sein als heute. Und von Zielen in einem dritten Weltkrieg zu sprechen wäre auch absurd, denn den würden alle verlieren. Man muss nur mal an Hiroshima denken. Das waren Kilotonnen, heutige Sprengköpfe werden in Megatonnen gemessen und die Raketen werden direkt mit mehreren Sprengköpfen bestückt.

Antwort auf: abki
Gut, schwere Waffen stellt die NATO der Ukraine nicht bereit und natürlich ist unklar, wie die Lieferung schwerer Waffen sich auswirken wird, aber wie bereits klargestellt wurde, würde jene Lieferung Deutschland (und alle anderen Länder, die schwere Waffen liefern) nicht automatisch zur Kriegspartei machen.


Doch, die NATO stellt schwere Waffen bereit. Deutschland beispielsweise liefert als NATO-Mitglied schwere Waffen. Genauso die USA, die Niederlande oder Frankreich. Auch der Ringtausch mit Slowenien sagt genug aus. Wird Deutschland beispielsweise aufgrund dieser Lieferungen als Ziel gewählt und angegriffen, dann tritt der Bündnisfall in Kraft und wir haben den dritten Weltkrieg. Natürlich würde (rein rechtlich gesehen) diese Lieferung, wie du sagst, Deutschland nicht zur Kriegspartei machen. Das ist im Völkerrecht geregelt. Das Problem ist nur, seit wann interessiert sich Putin für rechtliche Feinheiten im Völkerrecht? Sein Vorgehen in der Ukraine zeigt, wie viel er von international geltenden Gesetzen hält.

Antwort auf: abki
Und ich bin auch ganz ehrlich: Ich möchte nicht in absoluter Angst leben, dass ich mich irren könnte und dass es eben doch so weit kommt.


Das sehe ich genauso. Angst davor habe ich auch nicht. Nur finde ich es auffällig, dass sich die Ereignisse Stück für Stück in genau diese Richtung bewegen. Angefangen bei den Drohungen mit den Atomwaffenarsenal Russlands bis hin zu den oben von mir genannten Punkten. Auch die Rhetorik wird immer aggressiver. So sprach Biden z. B. von einem Kampf zwischen Demokratie und Autokratie. Es geht um grundsätzlich unterschiedliche Weltbilder und Interessen, was immer wieder zu Kriegen führte.
_________________________
Wer sich in einer Diskussion auf seine Autorität beruft, gebraucht nicht den Verstand, sondern das Gedächtnis.
Leonardo da Vinci (1452-1519)