Antwort auf: Kev777
Es wurde lediglich angemerkt das 2015 offenbar zu einem Großteil Männer geflohen sind. Was war denn da mit den Frauen und Kindern? Haben die in ihrem Heimatland gekämpft? Dann müssen sich die Männer aber in der Tat den Vorwurf der Feigheit gefallen lassen, wenn sie Frau und Kinder kämpfend zurückgelassen haben.

Und ich kann das irgendwie schon etwas verstehen, dass man da ins Grübeln kommt und Erklärungen sucht. Schaut man sich an wer in den letzten 4 Wochen in der EU als Flüchtling angekommen ist und wer 2015, dann könnte man sich fragen woran genau das liegt das aktuell überwiegend Frauen und Kinder zu flüchten scheinen und 2015 offenbar der überwiegende Anteil der Geflüchteten eben aus Männern bestand.



Da gibt es ganz einfache Erklärungen.

Im Ukrainekrieg besteht/bestand durchaus die Möglichkeit, dass die Familie paar Sachen packt, in den A6 steigt und direkt bis Leipzig durchfährt.

Für Menschen aus Syrien war das deutlich schwieriger und vor allem teurer. Man war auf die "Hilfe" von Schleppern angewiesen, die sich das gut bezahlen ließen, die Menschen bis zur EU-Grenze und hinüber zu bringen, da hat man dann alles zusammengekratzt, was ging, um wenigstens einem Familienmitglied die Flucht zu ermöglichen, ind der Hoffnung, dass dieses dann den Rest irgendwie nachholen kann.
Dazu musste man sich aber auch entscheiden, wen man wählt und ich halte es für sehr nachvollziehbar, dass man dann ein Familienmitglied auswählte, welchem man am ehesten diese lange und lebensgefährliche "Reise" zutraute.

Und zu alledem bin ich davon überzeugt, dass man auch mit männlichen ukrainischen Flüchtlingen in Europa nicht ansatzweise so ein Problem hätte, wie mit syrischen, afghanischen oder afrikanischen.

Antwort auf: Kev777

Relativ aktuelles und recht klares Beispiel ist da Afghanistan. Über 20 Jahre hat dort der Westen die Demokratie hin exportiert. Sicher ziemlich oft mit falschen Mitteln aber es gab ja ganz klar positive Veränderungen. Mädchen und Frauen z.B. konnten am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und sie hatten Zugang zu Bildung, um nur mal ein paar Punkte zu nennen.
So und dann schauen wir uns mal an was passiert ist als der Westen dort abgezogen ist. Ich glaub binnen 2 Wochen hatten die Taliban das Land praktisch kampflos übernommen.
Heißt für mich das offenbar die Mehrheit der Bevölkerung dort gar kein so großes Problem mit den Taliban hat.
Oder wie ist das sonst zu erklären das der Widerstand dort praktisch nicht vorhanden war und ist?



Und weil die Menschen damit kein Problem hatten, haben sie sich vor dem Flughafen in Kabul wochenlang gegenseitig zertrampelt und sich an Flugzeugtragflächen gehängt...
Und wenn du weißt, dass du den Taliban-witz gar nicht zu ende erzählen kannst, weil kurz vor der Pointe dein Kopf schon ab ist, überlegst du es dir dreimal, ob du an Widerstand überhaupt denkst.

Afghanistan hat vor allem eins gezeigt, man kann Demokratie nicht exportieren, schon gar nicht mit Waffengewalt.

Der Wunsch nach Demokratie muss vor allem im Land selbst entstehen und in den Köpfen der Menschen.

Das ist auch das, wovor sich Putin tatsächlich fürchtet, dass sich so etwas auch in seinem Land ausbreiten könnte wie ein Krebsgeschwür, am Ende gucken sich die Russen das noch von den Ukrainern ab.

Angst vor einem Angriff der Ukraine auf Russland? Schwachsinn.
Völkermord durch Nazis in der Ukraine? Schwachsinn²
Angst vor der NATO? Schwachsinn³
Wir sehen ja, wie schwer sich die NATO tut, einzugreifen, selbst wenn sie ausdrücklich von einer widerrechtlich angegriffenen Nation drum gebeten wird. Da ist es sehr sehr weit hergeholt, davon auszugehen, dass eine Bedrohung durch die NATO akut war und ist.

Aber Demokratie in der Ukraine... das mag der Wladimir gar nicht, das fürchtet er.
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"Das meinen Sie doch nicht ernst?" - "Natürlich meine ich das. Und nennen Sie mich nicht Ernst!"