Zitat:
Es ist auch vollkommen egal, warum man aus einem Kriegsgebiet flieht. Ich finde, es ist eher eine Frechheit, dass einige von Männern erwarten, dass die für ihr Land kämpfen sollen und, dass Frauen als Flüchtlinge gesellschaftlich anerkannt werden. Wenn die Männer aus der Flüchtlingskrise 2015 nicht zu den Waffen greifen wollten, dann ist das absolut in Ordnung und auch nachvollziehbar. Genauso wie Frauen in den Krieg ziehen, sollte es auch bei Männern anerkannt sein und auf Verständnis stoßen, wenn diese jede Art von Kriegsdienst verweigern. Das hat auch nichts mit Feigheit oder ähnliches zu tun, sondern oftmals damit, dass diese Männer ihre Familie versorgen wollen und müssen. Natürlich gilt dies ebenso für Frauen, die diese Rolle in der Familie übernehmen. Auch kann ich es verstehen, wenn die Vaterlandsliebe wenig bis gar nicht vorhanden ist, wenn es um Syrien oder den Irak geht, warum auch?

Soweit ich das mitbekommen habe war damals vor allem ein Punkt für viele der Anlass ihre Hilfsbereitschaft zu überdenken: Die überwiegende Mehrheit der Menschen die hier nach Europa kamen waren Männer. Es gab Zeiten da musste man tatsächlich echt lange suchen um auch Frauen und Kinder unter den Geflüchteten zu finden.
Auf diesem Umstand wurde von Seiten der Presse oder Regierung gar nicht oder kaum eingegangen und hat somit Tür und Tor für Spekulationen geöffnet.
Und hier im Forum machst du nun genau das gleiche, du rechtfertigst das auch Männer vor Krieg fliehen dürfen. Was ja niemand hier in Abrede gestellt hat. Es wurde lediglich angemerkt das 2015 offenbar zu einem Großteil Männer geflohen sind. Was war denn da mit den Frauen und Kindern? Haben die in ihrem Heimatland gekämpft? Dann müssen sich die Männer aber in der Tat den Vorwurf der Feigheit gefallen lassen, wenn sie Frau und Kinder kämpfend zurückgelassen haben.

Und ich kann das irgendwie schon etwas verstehen, dass man da ins Grübeln kommt und Erklärungen sucht. Schaut man sich an wer in den letzten 4 Wochen in der EU als Flüchtling angekommen ist und wer 2015, dann könnte man sich fragen woran genau das liegt das aktuell überwiegend Frauen und Kinder zu flüchten scheinen und 2015 offenbar der überwiegende Anteil der Geflüchteten eben aus Männern bestand.

Ich bin da aber auch nicht wirklich in dem Thema drin als das ich irgendwas an Erklärungen liefern könnte.
Es ist einfach das was ich damals mitbekam und auch heute noch vereinzelt mitbekomme was einigen Leuten zu denken gibt.

Ein weiterer Punkt den ich immer wieder zu hören bekomme und auch selbst nachvollziehen kann, ist der das unsere damalige Regierung schlicht und ergreifend Fakten ignoriert und teilweise sogar geleugnet hat.
Es gibt da z.B. die eine oder andere Statistik vom Bundeskriminalamt, die recht deutlich aufzeigt, dass Zuwanderer überproportional häufig, in Bezug auf ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung, in Straftaten verwickelt sind und zwar als Tatverdächtige.
Diese Zahlen wurden wegignoriert anstatt sich darum zu kümmern wieso das denn so ist und was man ggf. dagegen tun könnte. Ja es wurde sogar Rassismus unterstellt, wenn man Fakten des Bundeskriminalamts zum Thema machte und hinterfragte was denn die Regierung gedenkt dagegen zu unternehmen. Auch hier hat man Strömungen wie der afd damit einen Gefallen getan, denn so konnten sie nach Belieben ihre Theorien zum Besten geben.

Zitat:
Die Geschichte beider Länder war stets von Gewalt geprägt. An Werte wie Freiheit, wie wir sie haben und die es zu schützen gilt, war dort doch aufgrund der allgegenwärtigen Gewalt kaum zu denken. Politiker wie Baschar al-Assad haben den eigenen Machterhalt im Auge, nicht aber die Lebensqualität der Bevölkerung. In Russland sieht es genauso aus. Worauf soll man also stolz sein? Was gilt es zu verteidigen? Es ist also in jeder Hinsicht verständlich, wenn Frauen und Männer als Flüchtlinge aus einem Land fliehen, das vom Krieg zerfressen wird.

Das halte ich für eine schwierige Argumentation. Wie du sagst ist Gewalt in diesen Ländern offenbar allgegenwärtig. Diese Gewalt geht aber nicht von einem Menschen aus, sondern muss von einem gewissen Anteil der Bevölkerung irgendwie erfolgen.
Klar, in Summe reicht da ein kleiner Teil um am Ende ein ganzes Land mehr oder weniger im Griff zu haben.
Allerdings scheint es so, dass der Rest der Bevölkerung die Situation im eigenen Land wohl einfach hinnimmt.

Relativ aktuelles und recht klares Beispiel ist da Afghanistan. Über 20 Jahre hat dort der Westen die Demokratie hin exportiert. Sicher ziemlich oft mit falschen Mitteln aber es gab ja ganz klar positive Veränderungen. Mädchen und Frauen z.B. konnten am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und sie hatten Zugang zu Bildung, um nur mal ein paar Punkte zu nennen.
So und dann schauen wir uns mal an was passiert ist als der Westen dort abgezogen ist. Ich glaub binnen 2 Wochen hatten die Taliban das Land praktisch kampflos übernommen.
Heißt für mich das offenbar die Mehrheit der Bevölkerung dort gar kein so großes Problem mit den Taliban hat.
Oder wie ist das sonst zu erklären das der Widerstand dort praktisch nicht vorhanden war und ist?

Ich habe das Gefühl, dass viele in Europa denken, dass unser Gesellschaftssystem gottgegeben und uns einfach so in den Schoß gefallen wäre. Man scheint nicht zu wissen oder zu vergessen das auch in Europa sehr viel Blut geflossen ist auf dem Weg zu unserem heutigen Gesellschaftssystem. Und damit meine ich nun nicht unbedingt den 1. und 2. Weltkrieg.
Man schaue sich nur mal Frankreich an, wie sich dort die Gesellschaft entwickelt hat. Und wie Frankreich vielleicht aussehen würde, wenn alle denen das damalige Gesellschaftssystem nicht gepasst hat einfach das Land verlassen hätten...weil es ja angeblich nichts gäbe wofür es sich zu kämpfen lohnt.
Aber gern können wir uns Deutschlands Geschichte anschauen. Wenn es da z.B. im 2. Weltkrieg nichts gab für das man kämpfen konnte oder wollte und es absolut verständlich sei das man aus seinem Land flieht anstatt gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen dann finde ich beschämt man all diejenigen damit die eben nicht geflohen sind, sondern im Land versucht haben nach besten Kräften und Möglichkeiten gegen die Nazis vorzugehen.

Zitat:
Letztendlich steht es uns ohnehin nicht zu, diese Menschen aufgrund ihrer Flucht in irgendeiner Weise zu bewerten, denn ich bezweifle, dass wir uns hier überhaupt nur eine klare Vorstellung darüber machen können, was Krieg wirklich bedeutet. Es zeigt nur, wie rückständig man selber ist, wenn man von den männlichen Flüchtlingen die Verteidigung des Landes erwartet, für die Damenwelt aber Verständnis zeigt.

Man darf sich eine Meinung nur zu dingen bilden oder drüber reden die man auch selbst erlebt hat? uhiuhiuhi.

Wieso unterstellst du Leuten hier Rückständigkeit? Ich frag mich ja nur wie Männer im wehrfähigen Alter überhaupt aus der Ukraine rauskommen. Soweit ich weiß wurde es den wehrfähigen Männern ganz offiziell von der ukrainischen Regierung untersagt das Land zu verlassen. Es scheint mir als könnte der eine oder andere Ukrainer vielleicht später tatsächlich vor einem ukrainischen Kriegsgericht landen.
Also deiner Argumentation nach ist also die ukrainische Regierung rückständig in ihrem Denken, sonst würden sie ja auch Frauen ''an die Front'' schicken.
Aber ich vermute der eine oder andere dort hat einfach in der Schule aufgepasst und weiß das für das gesellschaftliche überleben Frauen deutlich wichtiger sind als Männer. Das ist Biologie und keine Meinung, nur so als Hinweis.

Zitat:
So langsam muss auch jedem Bundesbürger bewusst geworden sein, in was für einem Land er selber lebt und wie gut er es in Deutschland eigentlich hat.

Keine Ahnung was du damit ausdrücken willst. Ich denke den meisten dürfte klar sein wie gut es ihnen in der EU geht.
Wobei wenn ich mir anschaue wie manche Leute schon rumheulen nur weil der Sprit mal bissel mehr kostet...
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Orwell war ein Optimist
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„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“
- Henry Ford