Antwort auf: Subsilver
Du vergleichst Jahrzehnte alte erprobte Medikamente mit einem im Schnelltempo erschienenen Impfstoff...

Dazu wollt ich auch noch was sagen.

Dieses "Jahrzehnte lang erprobt" hat mehrere Caveats wenn man es versucht auf Impfstoffe zu übertragen.

Impfstoffe sind keine Medikamente. Impfstoffe wirken anders in unserem Körper. Der Impstoff triggert lediglich das Immunsystem und zeigt ihm einen Virus, bzw einen Bestandteil davon. Das Immunsystem merkt sich das dann und kann den echten Virus in der Zukunft dann schneller und besser erkennen und reagieren. Der Impfstoff, also das was gespritzt wird, wird innerhalb einiger Tage komplett verstoffwechselt und verlässt deinen Körper wieder vollständig.
Medikamente geben Chemikalien in deinen Körper, die in der Regel dort auch ne ganze Weile bleiben. Je nach Wirkstoff viele Jahre oder Jahrzehnte. Diese Chemikalien können sich dort auch anreichern. All das kann Probleme verursachen.
Impfstoffe enthalten keinerlei vergleichbare Chemikalien. Daher die unterschiedliche Art der Wirkung.

Wenn es bei Impfstoffen um "Langzeitfolgen" geht, dann geht es nicht um Folgen die erst nach sehr langer Zeit auftauchen (ja, missverständlicher Name). Es geht bei der Impfung in diesem Fall um Folgen die bei jedem Menschen innerhalb weniger Tage oder Wochen nach der Impfung auftreten. Das "langzeit" kommt daher, dass viele dieser Folgen so selten sind, dass man viele viele Millionen geimpfte braucht die auch noch medizinisch gut überwacht sind um in wissenschaftlichen Studien die Folgen dann zweifelsfrei auf die Impfung zurückzuführen. Dieser Prozess des Daten sammelns und deren Auswertung sind das was in der Regel viele Jahre dauert. Im Fall der Corona-Impfung ging das jetzt aber super schnell, weil wir innerhalb von einem Jahr über 5 MILLIARDEN Impfdosen verimpft haben. Und all diese Menschen wurden super medizinisch überwacht (wegen der allgemeinen Aufmerksamkeit und Interesse am Thema). Das ist eine unfassbare Menge an Daten in einer sehr kurzen Zeit. Dabei wurden innerhalb kürzester Zeit selbst die seltensten Nebenwirkungen entdeckt. Und auf Basis dieser Entdeckungen sind auch bereits diverse Entscheidungen getroffen worden (z.B. die unterschiedlichen Altersempfehlungen der verschiedenen Impfstoffe).

Wegen dieser wunderbar guten Datenlange in so schneller Zeit braucht es einfach keine "langzeit Erprobung" mehr. Wir haben alle Daten die wir brauchen.

Und zu dem "Schnelltempo" ist zu sagen, dass es wirklich schnell ging. Es ging aber nicht schnell weil, wie hier vermutlich suggeriert wird, Abstriche bei Qualität und Prüfung gemacht wurden. Sondern weil einfach sehr schnell sehr viel Geld in die Hand genommen wurde um mehr, schneller und besser zu forschen. Zusätzlich wurden z.B. k(ünstliche) Pausen im Zulassungsverfahren weggelassen und einige Prozesse beschleuningt. Dabei wurde nirgends an der Qualität der Prüfung hinsichtlich Sicherheit und Wirtkung gespart. Im Gegenteil. Die Corona-Impfstoffe sind die am besten getesteten Impfstoffe die die Menschheit je entwickelt hat.
Und nach der Zulassung wurden sie vermutlich so gut wie kein anderer Impfstoff zuvor überwacht. Und es sind so schnell und so viel wie noch nie Daten zu Impfreaktionen aufgelaufen (siehe oben).

Unterm Strich: Die Corona-Impfungen die aktuell hier verfügbar sind sind die besten, sichersten und wirksamsten Impfungen die es überhaupt auf dem Markt gibt.


Bearbeitet von TobyB (23.11.2021, 17:37:01)
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There is no good without evil, but evil must not be allowed to flourish.
There is passion, yet peace; serenity, yet emotion; chaos, yet order.