„Frauen wollen erobert werden!“ Diesen Satz kennen wir Männer alle. Und vor allem: Wir hassen ihn alle! Na gut, nicht alle; aber zumindest die Männer mit einem IQ über Ballermann-Durchschnitt und einem Selbstbild das aus mehr besteht als Fußball und Autos.

Also liebe Stecher, die ihr euch für die Tollsten haltet weil ihr jede Woche eine aufgebrezelte Grinsegrimasse aus der Dorfdeppen-Disco abschleppt. Bitte nicht weiter lesen, falls ihr überhaupt lesen könnt, denn ihr werdet den folgenden Text sowieso weder intellektuell (das ist das wo man Bildung für brauchen tut!) noch sinngemäß (das ist das wo man eine ähnliche Lebenseinstellung für brauchen tun muss!) erfassen können.

Doch weiter im Text für die verbleibende, geistige Elite zu der ich mich keinesfalls zählen möchte! Ich bin nur ein armes, bemitleidenswertes, kleines Licht, dass hier die Geschichte seines verkorksten Liebeslebens berichtet.

Also; „Frauen wollen erobert werden“! Habe ich ja NIE geglaubt, beziehungsweise auch nie glauben wollen. Das war wahrscheinlich der größte Fehler meiner Jugend. Denn während meine männlichen Artgenossen jedes Wochenende auf irgendeiner Bauernparty mit einem anderen Mädel Rum leckten und danach rumleckten saß ich zu Hause und überlegte mir, wie ich meine ehrlich empfundene Zuneigung meiner ersten großen Liebe beichten könnte.

Zugegeben; es war sicherlich ein wenig ungeschickt von mir im volltrunkenen Zustand vor ihrem Fenster zu strippen und lauthals meine Brunftrufe in die Nacht zu grölen. Aber so ist das halt damals gewesen, als man erst mit 15 das erste Mal knüppeldick in die Botanik reierte und das auf die klassische Weise, ohne die heutigen, geistigen Vernebelungsbeschleuniger „Alko-Pops“. Aber ich schweife ab…

So hatte ich also meine Chance vertan, dieser meiner ersten, großen Liebe meine Bekundungen in einem angemessenen Rahmen zu verlauten. So, wie ich es mir eigentlich vorgestellt und gewünscht hatte…! Der böse, böse Alk war schuld. Er hatte meine Romantik und meinen übersprudelnden Idealismus schamlos untergraben. Doch im Endeffekt hat das alles sicher auch nichts verändert. Ich wurde abgewiesen und das erste Mal bohrte sich diese rostige Feile mit der extra groben Körnung in mein Herz.

Doch daraus gelernt habe ich damals erstmal nicht. Ich war nach wie vor der Überzeugung, der Weg in die (Seele einer) Frau führe über eine enge, feste und innige Bekanntschaft, ja vielleicht sogar Freundschaft. Denn nur das gibt einem die Sicherheit, sich schon gut zu kennen, bevor man sich in das Abenteuer der Liebe stürzt.

So ging ich dann den nächsten Versuch auch genauso blauäugig an. Über den kann und muss ich gar nicht viel schreiben denn hier wurde mir die Luft schon abgedreht, bevor ich die überhaupt holen konnte. Zwei Wochen Alpträume, eine Flasche Rohrreiniger und die erste, tiefe Sinnkrise meines damals noch jungen Lebens später erahnte ich zum ersten Mal, dass die Vorstellung von einer Freundin, wie ich sie hatte, irgendwie nicht so ganz der Realität entsprechen konnte und das Frauen vielleicht doch erobert und nicht belabert werden wollen…

Auf den Partys wurde fleißig weiter rumgeleckt und so langsam stiegen auch die Mädels aktiv in das Geschehen mit ein. Ich durfte buchstäblich mit ansehen wie irgendwie jeder jeden oral infiltrierte und mehr und mehr stelle ich mir selbst die Frage warum ich das nicht eigentlich auch einfach mache. Leider, leider, leider fand ich die Antwort darauf erst viele Jahre später. Damals aber nagte diese Frage an mir, meinen Selbstbewusstsein und meinem Idealismus wie eine drogenabhängige Laborratte.

Erst über die Jahre und nicht über die Frauen begriff ich, dass mein Idealismus, gelinde gesagt, für den...Ooops...war und das Frauen weder belabert noch erobert werden wollen! Die Wahrheit ist; Frauen wollen VERARSCHT werden! Frauen wollen alles und alles in einer Person!

Erstmal muss er so tun als würde er sich überhaupt nicht für einen interessieren, vielleicht mal ein kurzer aber intensiver Blick. Bloß nicht zu lange! Danach erstmal für ein paar Tage untertauchen wie ein gesuchter IRA-Terrorist und dann ganz zufällig mal wieder über den Weg laufen. Das an den Tag gelegte Desinteresse sollte sich äquivalent zum Schleim-Charme-Faktor verhalten. Zuhören sollte er natürlich können aber bloß selber nicht zuviel reden. Einladen lässt Frau sich danach natürlich gerne. Egal ob zum chicen Essen oder am Besten gleich zum Schuhe kaufen bei H&M. Eine starke Schulter zum anlehnen muss natürlich sein aber er sollte sich auch nicht schämen vor seinem Stammtisch in einen Weinkrampf voller Glückseeligkeit auszubrechen. Wenn er mal jemanden auf die Fresse haut ist das männlich und im Bett kann er auch ruhig die Sau raus lassen. Hauptsache er ist die meiste Zeit zärtlich und ein guter Zuhörer, der immer ein offenes Ohr (und eine offene Hose) für die Probleme seiner Freundin hat. Esoterisch und philosophisch spielt er natürlich in den höchsten Rängen mit. Kein Wunder bei einem IQ von 210! Trotzdem ist er sich auch nicht zu schade, die vollgeknödelte Pampers der Kleinen zu wechseln. Sein Job – ein Traum! Er ist freiberuflicher Landschaftsmaler und Backblechputzer beim Öko-Pizzabringdienst mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 50.000€.

Das alles hat aber nichts mit „erobern“ zu tun, sondern wirklich nur mit „verarschen“! Und das haben wir Männer ALLE früher, später oder eben auch viel später gelernt! Mann erzählt Frau was sie hören will. Lange wollte ich mich an diesem Spiel nicht beteiligen. Diesem unglaublich albernen Eiertanz bei dem man sich nicht entblödet auch noch den allerletzten Kitsch-Klischee-Kübel auszukratzen um sich zu profilieren und es dem anderen unter die Nase zu reiben.

Ich war immer für klare Ansagen. Von Anfang an! Quasi so nach der Art: „Willst Du mit mir gehen? Ja oder Nein?“ Wieso machen wir das nicht alle so? Alles wäre viel einfacher! Wir könnten uns dieses ganze blödsinnige Theater ersparen. Aber schon gut! Diese Hoffnung habe ich schon vor Jahren in einem tiefen, tiefen Brunnen meiner Seele versenkt.

Letztendlich bin ich ja auch dort gelandet wo ich vor Jahren bereits heftig aufschlug. Seit knapp 3 Monaten lebe ich in einer Beziehung. Einer glücklichen, das möchte ich betonen. Wie habe ich sie kennen gelernt??! Nun, ich tat einfach so als würde ich mich überhaupt nicht für sie interessieren, vielleicht mal ein kurzer aber intensiver Blick. Bloß nicht zu lange! Danach erstmal untertauchen wie ein gesuchter IRA-Terrorist und dann ganz zufällig mal….