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Datenschutz in Deutschland leider viel zu schlecht-Daten sammeln in Deutschland - #3178288 - 08.01.2022, 23:21:59
lutz39
​Innovationsbremse

Registriert: 08.04.2003
Beiträge: 12.758
Ort: Dresden
Hatte vorgestern gelesen das Frankreich gegenüber Facebook und Co harte Strafen verhängt da sie es den Nutzern viel zu schwer machen die Cookies abzulehnen.
Annehmen geht mit einen Klick aber das ablehnen ist mit viel Aufwand verbunden.
Warum hängt hier Deutschland hinterher?
Ich würde mir wünschen das dies auch in Deutschland greifen würde(zu Knuddels schiele)

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Re: Datenschutz in Deutschland leider viel zu schlecht-Daten sammeln in Deutschland [Re: lutz39] - #3178303 - 09.01.2022, 01:37:33
Professor James Moriarty
​Lord of Crime

Registriert: 19.01.2015
Beiträge: 1.354
Hi,

die Frage ist an sich eine gute, allerdings vermischt du nun hier auch wieder Dinge. Du kritisiert auf der einen Seite, dass Deutschland in Bezug auf den Datenschutz zu lasch reagieren würde, verkennst aber Berichte die darüber sprechen, dass es Deutschland gewesen ist, welche eine 2 Millionen Strafe in 2019 verhängte, weil eben Plattformen wie Facebook sich nicht an entsprechende Formalitäten gehalten habe.

Ich zitiere dazu:
Zitat:
Wegen fehlender Transparenz beim Umgang mit Hasskommentaren soll das Online-Netzwerk Facebook eine Strafe von zwei Millionen Euro zahlen. Das Bundesamt für Justiz verhängte nach eigenen Angaben einen Bußgeldbescheid in Höhe von zwei Millionen Euro gegen das Unternehmen. Die Begründung: Facebook habe "unvollständig" über die Zahl der eingegangenen Beschwerden zu rechtswidrigen Inhalten informiert. "Der Bericht führt nur einen Bruchteil der Beschwerden über rechtswidrige Inhalte auf", wirft die Behörde Facebook vor. Sie bemängelt zudem, dass das Meldeformular für Beschwerden über rechtswidrige Inhalte "zu versteckt" sei.
Da das Ministerium hier aufgrund von diversen eingegangen Beschwerden reagierte bedeutet dies im Umkehrschluss, dass es jedem Bürger zu steht eine entsprechende Beschwerde - sofern diese angebracht ist - anzubringen. In diesem Fall würde bedeuten, dass du es kritisiert, dass das ablehnen von Cookies an mancher Stelle nicht Nutzerfreundlich ist - damit kann man etwas anfangen. Wiederrum heißt es, dass du einen Grund hast eine Beschwerde einzureichen und so auf diesen Missstand, den es hier deiner Meinung nach gibt aufmerksam zu machen.

Zu den Cookies selbst kann man durch Recherchen herausfinden, dass diese nach §25 TTDSG unter anderem wie folgt kategorisiert werden:

- Technisch unbedingt erforderliche Cookies
- Cookies, die ausschließlich der Übertragung von Nachrichten über ein öffentliches Telekommunikationsnetz dienen

Cookies, die in eine dieser Beiden Kategorien fallen, dürfen auch ohne Einwilligung gesetzt werden. Die Formulierung dieser Ausnahme weicht jedoch von der „berechtigtes Interesse“-Regelung durch DSGVO und BDSG ab und schafft vielerorts Unsicherheiten. Vor dem Inkrafttreten des TTDSG haben viele Websites von der Cookie-Kategorie „Berechtigtes Interesse“ gemacht. Cookies dieser Kategorie konnten ohne Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer gesetzt werden, ohne die geltenden Gesetze zu verletzen.

Immer noch ist nicht abschließend geklärt, was genau als unbedingt erforderlich geführt werden darf und was nicht. Dazu heißt es nämlich auch:

Zitat:
Was genau in die Kategorie „unbedingt erforderlich“ fällt und was nicht, ist Auslegungssache und wird wohl erst vor Gerichten geklärt werden müssen. Allerdings ist die Einigkeit groß, dass nicht alle Cookies, die früher in die Kategorie „berechtigtes Interesse“ fielen, jetzt auch in die Kategorie „unbedingt erforderlich“ fallen. Viele Webseitenbetreiberinnen und -betreiber müssen ihre bisherige Cookie-Policy überarbeiten, um ihre Website TTDSG-Konform zu machen – auch wenn sie bereits DSGVO-konform war.
Um weiterhin auf dein und ich zitiere: zu Knuddels schiele einzugehen.

Knuddels hat sich nachdem Datenleak dran gesetzt und alles getan, damit man in diesem Fall alles ordentlich aufarbeiten konnte. Facebook war ebenfalls Opfer eines Datenleaks, bestreitet aber, dass es ihre Schuld gewesen ist und beziehen sich dabei auf "Scraping" und insoweit, dass die abgegriffenen Informationen ohnehin öffentlich zugänglich gewesen sind. Dabei verkennt Facebook aber die Tatsache, dass es u.a. auch Leute betrifft, die ihre Daten eben nicht öffentlich gemacht haben und nun deshalb ihre Telefonnummer im Netz von Kriminellen wieder finden. Des Weiteren erinnere ich mich, dass Knuddels zu keiner Zeit von jemanden verklagt wurde - Facebook hingegen wird gerade mit Schreiben von Betroffenen von verschiedenen Anwälten überhäuft, sodass im Erfolgsfall jedem ein Schadenersatz von 500,-€ zu steht. Der Schaden, welcher Facebook durch Zahlung des Schadenersatzes, sowie die anwaltlichen Gebühren kosten würde ist immens höher. Darüber hinaus ist Facebook immer noch der Meinung, dass sie alles richtig gemacht haben und ihre Nutzer dementsprechend nicht informiert werden mussten.
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Honey, you should see me in a crown.


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Moderator(en):  Mister Prince, Misterious