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Rassenunruhen in den USA - #3128388 - 01.06.2020, 21:35:20
Kipo14
Dageg​en.​

Registriert: 04.05.2005
Beiträge: 2.084
Ort: Bielefeld
Hallo,
wie viele von euch bestimmt schon wissen brodelt es in den USA zurzeit ganz schön.

Grund ist der Tod eines unbewaffneten Afroamerikaners der bei seiner Festnahme Widerstand geleistet hat und daraufhin höchstwarscheinlich durch die daraus resultierenden polizeilichen Maßnahmen auf tragische Weise umgekommen ist.

In den letzten Tagen kam es daraufhin zu nächtlichen Protesten und Plünderungen. Präsident Trump hat die Nationalgarde eingeschaltet und in den weißen Vororten hat sich die Bevölkerung zusammengerottet um ihr Hab und Gut zu schützen falls der marodierende Mob die Innenstädte verlässt.

Was haltet ihr von der ganzen Sache und wie steht es jetzt, auch im Hinblick auf die kommende Wahl, um Trump?
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Antwort auf: Bayernfreak94
Wie oft werdet ihr an mich denken, wenn ihr arbeitet und ich am Chat sitze oder penne oder Zocke und schön fifty! Spiele


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Re: Rassenunruhen in den USA [Re: Kipo14] - #3128396 - 01.06.2020, 22:16:47
xX Liil Welle <33 Xx
​One love.

Registriert: 22.06.2009
Beiträge: 3.117

Moin,

das ist traurig das die USA noch so ein "schwarz-weiß" Gedanke pflegt. Letztlich sind es alle Mensch aus Fleisch und Blut, wie du und ich. Persönlich denke ich aber, dass Trump trotz diesen Konflikten beste Chancen hat, wiedergewählt zu werden. Präsidenten in den USA werden meines Wissen sehr oft wiedergewählt und haben durchschnittlich eine Amtszeit von 8 Jahren. Trump wurde damals schon gewählt, selbst da hatte er schon heftigen Gegenwind, oft sogar aus der eigenen Partei.

Wenn wir bei der letzten Wahl von Bush zurück denken - da hat das Volk Bush abgelehnt, die Wahlmänner hatten aber für ihn gestimmt. Wie das ausgegangen ist wissen die meisten noch. Von daher ist diese Demokratie und damit auch das Wahlverhalten wirklich nicht absehbar und ich vermute mal, dass es leider so kommen wird.

Für die Welt wäre allerdings ein neuer Präsident besser!

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Re: Rassenunruhen in den USA [Re: Kipo14] - #3128419 - 02.06.2020, 06:11:44
König Gil-Galad
​Reverse

Registriert: 26.01.2007
Beiträge: 1.816
Ort: Salzgitter
Antwort auf: Kipo14

Grund ist der Tod eines unbewaffneten Afroamerikaners der bei seiner Festnahme Widerstand geleistet hat und daraufhin höchstwarscheinlich durch die daraus resultierenden polizeilichen Maßnahmen auf tragische Weise umgekommen ist.


Ich würde dich an der Stelle ganz gerne korrigieren, der Richtigkeit halber. Videoaufnahmen beweisen, dass er keinen Widerstand geleistet hat - anders als die Polizisten es behaupten. Wobei die Lügerei ihr kleinstes Problem darstellen sollte, denn er ist nicht "höchstwahrscheinlich durch die polizeilichen Maßnahmen auf tragische Weise umgekommen" - es war Mord. Und ein rassistisch veranlagter noch dazu.

Was Trump angeht: "Gefährliche Vollkatastrophe" wäre noch schmeichelhaft, beschreibt es aber ganz gut
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Stark zu sein bedeutet nicht,
nie zu fallen sondern immer
wieder auf zu stehen!!

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Re: Rassenunruhen in den USA [Re: Kipo14] - #3128434 - 02.06.2020, 13:26:10
Keemo

Registriert: 23.01.2005
Beiträge: 5.219
Hallo in die Runde, :-)

persönlich bin ich von der Art & Weise dessen wie das nun alles Zustande gekommen ist, sowie welche Auswirkungen das schlußendlich hatte - sehr zwiegespalten. Die Angelegenheit mit George Floyd ist leider nicht nur in den USA ein "tragischer Einzelfall", sondern auch in vielen anderen Ländern ein ernstes Problem. Tatsächlich scheint die USA (wenn ich so die diversen Videovorschläge in Facebook beobachte) hier aber sehr präsent zu sein.

Für mich dann doch etwas problematisch ist die Tatsache, das fernab der allseits existierenden Polizeigewalt - die mediale Aufbauschung dessen um einiges höher ist, aus dem Grund heraus - weil der Betroffene schwarz ist. Hier war mein eigener Gedanke, ob das überhaupt in den Medien so präsent gewesen wäre; wenn es ´nur´ ein hellhäutige Person gewesen wäre? Ebenso aber auch ob bei den Polizisten Derek C. wirklich ein rassistischer Hintergrund vorhanden war/ist - der zu diesen schrecklichen Umständen führte?

An der Stelle müsste ich selber später mal nach recherchieren (da ich hier auch gar nicht so auf den aktuellen Stand bin). Jene Hinterfragung halte ich insofern wichtig, da auch ebenfalls Nicht-Schwarze unter der Machtpositionen einzelner Polizisten bzw. Polizistengruppen leiden.

Letzteres ändert natürlich nichts daran, das im o.g. Fall eindeutig viel zu viel falsche Gewalt bei der Festnahme angewendet worden ist. Das hier massive Fehler seitens der Polizei gemacht worden sind, lässt sich auch nicht leugnen. Wenn man Internet danach sucht, findet man dazu natürlich einige sehr prominente Fälle, wie etwa: Polizeigewalt gegen Afroamerikaner (nzz.ch). Es ist leider absolut existent. Was es aus meiner Sicht schwer macht, ist der direkte Vergleich wie viele "hellhäutige Personen" durch selbe Polizeiaktionen ums Leben gekommen sind?

Mich selber würde zumindest der Vergleich doch interessieren (auch wenn Mensch = Mensch ist, unabhängig seiner Religion, Herkunft, Geschlechtes oder anderen Merkmalen). Für mich ist die Polizeigewalt in den USA nicht nur unbedingt bei der Hautfarbe zu suchen; sondern auch ein Teil dessen das Waffen sehr prominent vertreten sind; sowie die jeweiligen Schulungen in den Bundessstaaten zur Festnahme/Verhören sehr unterschiedlich ausgelegt werden). Auch der Umgang mit Verdächtigen ist ja nach Bundesstaat sehr unterschiedlich, aus meiner Sicht sogar teilweise sehr erschreckend.

Tatsächlich werden in den USA auch viele Personen durch die Polizei erschossen bzw. kommen etwa durch Tasereinsatz ums Leben; die eben nicht in das Raster passen, wo man etwaigen Rassismus bei der Gegenseite als Grundargumentation nutzen könnte. Jene sind aber medial nicht so sehr präsent. bzw. schwimmen fast nie nach Übersee rüber (auch wenn in den jeweiligen Staat dann darüber berichtet wird). Meine eigene Sorge wäre dabei; ob man ggf. Floyd nicht medial teilweise sogar für eine Rassismus-Debatte instrumentalisiert - da dieser schwarz ist; obwohl die weiteren, zusammenhängen Ursachen für die Polizeigewalt noch viele weitere Hintergründe hat.

Was die Proteste betrifft finde ich es erst mal gut, das Menschen auf die Straße gehen und für eine Sache einstehen. Auch das hier Gerechtigkeit für George Floyd gefordert wird ist eine schöne Sache. Die Solidarisierung mit dem/die Betroffenen, die tiefe Frustration über Polizeigewalt und den Wunsch, dass sich das Verhalten der Polizei in den USA grundlegend ändert, vor allem gegenüber Minderheiten ist etwas was erstrebenswert/wünschenswert ist. Die Welt ist schon heute ein teilweiser unschöner Ort und da sollten keine Minderheiten, aber auch Nicht-Minderheiten in einer halbwegs zivilisierten Gesellschaft Angst haben, das ggf. eine Polizeiliche Untersuchung zum Sterben eines Menschen (egal welcher Hautfarbe) führt. Was Foyd selber betrifft war es aber auch aus meiner Sicht definitiv Mord oder ggf. je nach Interpretation ein in Kauf genommener Totschlag.

Ein für mich großes Problem bei jenen Unruhen - sind dann aber genau jene Menschen, die durch Plünderungen/ weitere Gewalt - hier eine Teufelsspirale auslösen, die nur noch für mehr gegenseitigen Hass auf allen beteiligten Seiten führt. Ähnlich wie damals beim G20 Gipfel in Hamburg. An der Stelle fehlt mir für diejenigen dann das Verständnis, das Gut heißen zu können - und hab dann auch wenig nachvollziehbare Gründe; warum man im Gegensatz zum halbwegs friedlichen Protestvieler anderer, dann eher mit der Auslöser ist; warum die gegenseitige Gewalt auf vielen Seiten noch in weiteren Jahrzehnten leider ein massives Problem sein wird. Hier glaube ich sogar, das dies zu einer Verschärfung der schon jetzt problematischen Umstände weiter führen wird.

Was Trump selber betrifft; bin ich absolut kein Freund seiner Politik. Angefangen von dem erweiterten Umbau der Mauer zu Mexiko, sowie den Versuch ObamaCare zu canceln, die Angelegenheit mit den Pariser Klimaabkommen und anderen (aus meiner Sicht) fragwürdigen Angelegenheiten. Ich vermute aber mal, das er tatsächlich wieder erneut für 4 Jahre ins Amt gewählt werden wird. Unter den registrierten Wählern führt Biden auf nationaler Ebene mit 53 Prozent zu 43 Prozent für Trump (Quelle: ABC News (Stand 31.Mai 2020). Mitunter auch wegen der Art & Weise wie Trump die Covid-19 Krise gehandelt hat. Jedoch bis zum 3.November ist es noch lange hin - und es gab 2016 damals auch schon Zahlen- /Umfragewerte, welche damals Hillary Clinton vorne sahen. Es würde mich kaumt wundern, wenn die Wahlmänner hier ein erneuten Trump-Einzug ins Präsidenten-Amt ermöglichen.
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Mit besten Grüßen,
Keemo

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